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FinnlandBilder2007

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01.07.2006


Wenn Du Dein Herz nicht hart werden lässt - wenn Du Deinen Mitmenschen kleine Freundlichkeiten erweist - werden sie Dir mit Zuneigung antworten - sie werden Dir freundliche Gedanken schenken, je mehr Menschen Du hilfst, desto mehr dieser guten Gedanken werden auf Dich gerichtet sein - dass Menschen Dir wohlgesinnt sind, ist mehr als Reichtum... (Henry Old Coyote; Crow)


Ein Erlebnisbericht von Ralf Gotthardt (c) 2008 Ralf Gotthardt

Finnlandreise 2007/2008

mit 21 Schlittenhunden in den Norden


<<hier sind die Bilder von unserer Reise>> 

Die Hinreise

Pünktlich um 02:30 waren die 21 Hunde verladen und wir sind mit unserem Lkw in Altmannshausen gestartet. Ich war zwar schon öfter mit den Hunden Finnland, doch für meine Frau Christiane und unsere Doghandlerin ist es die erste Reise in den hohen Norden. Dementsprechend groß ist die Aufregung und Spannung der Beiden.

Vergessen waren die umfangreichen Vorbereitungen – wir waren unterwegs nach Finnland unser Ziel liegt 200 Km unterhalb des Polarkreises direkt an der russischen Grenze. Retkikeskus Peuran Polka heißt der Ort an dem wir 17 Tage in Eis und Schnee mit unseren Hunden und unseren Gästen endlich wieder den Norden spüren und genießen wollten. Drei Erwachsene und 21 aufs Laufen verrückte und schon trainierte Hunde ca. 2800 Km weit zu transportieren mit allem was dafür notwendig ist, ist schon eine organisatorische Leistung und ist mit einem Umzug durchaus vergleichbar J. Außer der guten Unterbringung unserer alten Hunde (an dieser Stelle ganzen vielen lieben Dank an Yvonne und Mario, die sich so toll um sie gekümmert haben), der Buchung für die Fähre (die uns viel Nerven gekostet hat, weil unsere ursprüngliche schon bestätigte Buchung bei Superfast plötzlich knapp 2 Wochen vor Abfahrt durch die Fährgesellschaft wegen den Hunden einfach storniert worden ist), der Vorbereitung unseres Fahrzeuges auf einen -40 Grad kalten Winter und den Einreisebestimmungen für die Hunde musste an tausend weitere Sachen gedacht werden. Was nicht dabei ist, das fehlt dann halt und dies kann an Ort und Stelle sehr unangenehm werden. Außer man will bei total vereisten Straßen mal eben 80 Km zum Einkaufen fahren J, wobei für hundespezifische Dinge noch weiter gefahren werden muß (240 Km). So haben wir unter anderem knapp 300 Kilo Hochleistungsfutter von Happydog in Zwanzig-Kilo-Säcken und 240 Kilo Rindfleisch, drei Schlitten mit komplettem Zubehör, Geschirre und Ersatzgeschirre, Zugleinen, nordische Winterkleidung, unsere Verpflegung inklusive Getränke – die den Witterungsverhältnissen angepasst ist -, Notfallpack für die Hunde und und und und … im Gepäck. Ein kleiner Umzug eben J

Die erste Etappe der dreitägigen Reise führte uns durch Deutschland nach Travemünde. Wir fanden wider erwarten unser Hafenterminal auf Anhieb und legten diese Strecke in knapp 11 Stunden zurück. Auf der Fahrt haben wir immer wieder angehalten und unsere Hunde aus den Boxen geholt. Sie sind zwar gern in diesen Boxen, doch haben sie zwischendurch Durst und müssen sich mal lösen. 21 Hunde auf Parkplätzen aus dem Auto zu holen ruft immer wieder Erstaunen hervor und ich will gar nicht wissen wie viele Rast machende Autofahrer uns für komplett verrückt gehalten haben J - viele Blicke sprachen jedenfalls Bände J

 

Da wir mit den Hunden auf das Wetterdeck der Fähre gestellt wurden, begann eine endlose Warterei im Hafen von Travemünde. Denn wir mussten warten bis die Fähre mit allen Lkw und dann auch noch allen Pkw beladen war, bevor wir als letzte auf das Wetterdeck gelotst worden sind. Wir nutzten diese Zeit unsere Hunde aus den Boxen zu nehmen und sie vor der Überfahrt zu füttern und ihnen Gelegenheit sich zu lösen gegeben. Auch im Hafen von Travemünde haben wir mit unseren Hunden wieder ein nicht so alltägliche Bild abgegeben J Wir wurden beobachtet, mehr oder weniger argwöhnisch beäugt, von Interessierten tausend Dinge gefragt J und haben auch selbst etwas über das Wetter in Finnland erfahren (was wir gehört haben war gut J). An dieser Stelle möchten wir auch mal den Angestellten von Finnlines (an Land und an Bord) danken, die sich gut um uns gekümmert haben – was wir auf der Fähre für die Hunde brauchten - wir bekamen es. Es wurde extra Platz für unsere Hunde gelassen, so dass wir sie - wann immer wir wollten - ans Stake-Out aus den Boxen nehmen und gut versorgen konnten. Die Hunde haben schon in der Vorbereitungsphase gespürt, dass dies keine unserer „normalen“ Reisen werden würde und haben sich vorbildlich aufgeführt und doch nicht wie erwartet das ganze Schiff zusammen geheult J. Vor allem unser Nachwuchs, der so etwas ja nun überhaupt nicht kannte aber auch die Nordic-Erfahrenen haben sich auf die Zeit hier in Finnland körperlich und mental vorbereitet in dem sie sich einfach ausgeruht, gefressen und geschlafen haben. Spätestens auf der der Fähre wussten sie wohin es geht, da bin ich mir sehr sicher. Eine kleine Geschichte noch am Rande. Ein finnischer Lkw-Fahrer (mit dem Namen Marco) hat sich Knall auf Fall in unsere Doghandlerin Ute verliebt und Ihr während der ganzen Überfahrt den Hof gemacht J. Er hat ihr sogar einen Heiratsantrag gemacht, mit ihr den Umbau des Hauses geplant, Ute die Anschaffung von Schlittenhunden versprochen … sie konnte sich seinen Heiratsplänen nur entziehen, weil wir uns mit den Hunden auf den Weg in den Norden gemacht haben. Er war sehr traurig als wir von Bord gingen … Ute weniger J

Pünktlich um 03:00 verließ das Schiff den Hafen von Travemünde und nach 27 Stunden und 1300 Km Seeweg kamen wir morgens um sieben Uhr in dem wunderschönen Naturhafen Helsinki an. Die morgendliche Einfahrt in den Hafen darf man auf gar keinen Fall verpassen. Da wir die Hunde um 01:00 noch einmal aus den Boxen hatten, konnten wir uns gleich auf den Weg in Richtung Norden machen. Vor uns lagen 730 Km auf Straßen, die in Deutschland jeden Verkehr zusammen brechen lassen würden J. In Finnland wird nicht gestreut nur Schnee geschoben. Dadurch entsteht eine zentimeterdicke Eisschicht auf den Straßen, die mit einer dünnen Schneeschicht bedeckt ist. In Finnland darf auch noch mit Spikes gefahren werden und es sind wirklich gute Winterreifen notwendig. Darauf hat uns auch an Bord noch einmal eine nette ältere Finnin sehr eindringlich aufmerksam gemacht. Dazu kommt, dass es im Dezember um 14:30 (ja wirklich - um halb drei Nachmittags dunkel ist), was das Fahren nicht gerade einfacher macht. Doch wir erreichten um 20:00, nach 13 Stunden Autofahrt - ohne irgendwelche ernsthaften Zwischenfälle oder uns zu verfahren nach drei Tagen Gesamtreisezeit - unser Ziel im Norden Finnlands an der russischen Grenze. Wir mussten ein paar mal anhalten, um die Scheinwerfer von Eis und Schnee zu befreien (sonst war es dunkel vor dem Auto J und dunkel heißt wirklich dunkel), Tankstopps und Pausen für die Hundeversorgung. In Finnland ist der Diesel und das Benzin übrigens erheblich billiger als bei uns in Deutschland. Je weiter wir in den Norden kamen desto kälter wurde es und der Schnee nahm zu – herrlich J - Wir konnten bizarre Eisformnationen an gefrorenen kleinen Wasserfällen beobachten und überhaupt ist Finnland ein schönes Land.


Direkt nach der Ankunft haben wir unsere Hunde aus den Boxen in Ihre Zwinger verlegt. Schnee (einige sahen ihn das erste Mal in Ihrem Leben), Kälte und nach der langen Zeit in den Boxen endlich Bewegungsfreiheit lies sie aufgeregt herumspringen und vor Lebensfreude heulen. Es war wunderbar ihnen zu zuschauen J Sie machten während der Reise eine spürbare Wandlung durch und zeigten uns nun unmissverständlich, dass sie bereit waren vor dem Schlitten zu laufen … doch wir mussten uns von dem Anblick losreisen und unseren Lkw entladen. Die Frauen inspizierten erst einmal unsere Unterkunft und waren ganz freudig überrascht wie schön, warm und gemütlich alles war J. Die Reihenfolge der Inspektion verlief irgendwie „frauentypisch“ J - erst die Toilette, dann das Bad, dann die Betten und die Küche und dann der Rest J - Nun haben wir alles entladen, die Hunde gefüttert und dann zollte die Reise ihren Tribut und wir waren einfach nur müde und nach einem kurzen Snack und Willkommenstrunk auf Finnland und unseren Urlaub legten wir uns in die Betten.


Endlich wieder im Norden von Finnland

Am nächsten Tag bereiteten wir alles vor, was für die Touren notwendig war. Die Schlitten wurden zusammengebaut und mit allem ausgestattet was eben so gebraucht wird (Schlittensack, Schneeanker, Notseil, Bremsmatte, Notausrüstung …), der günstigste Startweg zwischen den Bäumen wurde ausgesucht und die Startleinen angebracht, die Zugleinen noch einmal überprüft, schadhafte Teile ausgetauscht und an den Schlitten eingehackt, bei Jukka die Karte der Umgebung geholt und die möglichen Strecken mit ihm besprochen (zum Glück kann er englisch J).

Dann haben wir aufgrund meiner persönlichen Erfahrung (die mich beinahe vor knapp 10 Jahren das Leben aber zumindest schwere körperliche Schäden gekostet hätte) den Startweg zwischen den Bäumen mit Trassierband für die Hunde gekennzeichnet. Als ich da nämlich damals im Wald einfach gestartet bin hat mein Inuk einen unerwarteten Haken um die Bäume geschlagen (weil er mal kurz andere Hunde im Vorbeigehen begrüßen wollte, anstatt gerade und direkt dem Trail durch die Bäume zu folgen) und ich habe mit dem Schlitten in voller Fahrt, ohne die geringste Chance den Schlitten zu bremsen, jeden Baum mit genommen der da stand. Und da standen viele Bäume J. Bin vom Schlitten geworfen worden und der Schneeanker hat sich dabei in meinem Anzug am Ärmel verfangen. So wurde ich hintergeschleift bis sich aus purem Zufall der Schneeanker an einem der Bäume verhakt hatte. Da lag ich mal gerade noch 20 cm von einem Baumstamm entfernt, gegen den ich mit voller Wucht und Tempo 30 Km/h Kopf voraus geknallt wäre. Nur zwei glückliche Umstände haben da damals größere Verletzungen verhindert: der Schneeanker hat meinen Arm um 1 cm verfehlt und nur meinem Anzug aufgeschlitzt sowie das Verhaken des Ankers im Baum bevor ich dagegen geknallt bin.

Seit dem schaue ich mir Starträume etwas genauer an J. Aufgrund der Wetterverhältnisse (große Kälte mit relativ wenig Niederschlag) hatten wir es auch mit stark vereisten Trails zu tun. Was doch schon erhebliche Ansprüche an die Schlittenfahrtechnik stellten. Wir schauten uns den Beginn des Trails auf dem See etwas näher an und beschlossen einstimmig die Hundezahl vor dem Schlitten zu reduzieren. Christiane und Ute wollten mit vier und ich mit maximal sechs Hunden anstatt der geplanten 8 bzw. 10 Hunden fahren (wer mich kennt und weis wie gern ich mit vielen Hunden fahre, kann abschätzen wie vereist der Trail war). Diese Entscheidung erwies sich als sehr Weise J Die Hunde - durch die Reise total ausgeruht und heiß aufs Laufen - zeigten uns schon beim Einspannen, dass sie nicht gewillt waren nach dem von Ihnen so ersehnten Start so schnell wieder stehen zu bleiben J und rissen völlig ungeduldig an der Zugleine, um uns aufzufordern alles ein bisschen schneller zu machen J, damit es endlich los gehen kann J


Ein alter Inuitglaube besagt: Hunde und Weise entstammen denselben Wurzeln, weil sie nicht warten können, keine Geduld haben und schnell frustriert sind J


Nun - auf die Hunde hat es zu 100% zugetroffen. In dem Moment als wir den Karabiner an der Startleine lösten und den Schneeanker aufnahmen fingen sie an zu Laufen - unser Kommando dazu war vollkommen unnötig. Sie liefen in gestrecktem Galopp auf dem von uns mit Band gekennzeichnetem Weg durch die Bäume (die nur so an uns vorbei flogen) zum Ufer, hetzten die steile Böschung hinunter und waren auf dem Eis des Sees (an dem wir starteten) nicht mehr zu stoppen … Die Hundepfoten krallten sich in das blanke Eis (unglaublich wie sicher und schnell sie auf blanken Eis laufen können, auf dem ich Mühe hatte stehen zu können) und wir schossen mit einer irren Geschwindigkeit im gestreckten Galopp über den See – die Entscheidung mit weniger Hunden zu fahren war mehr als richtig, die vier bzw. sechs Hunde waren schon kaum zu kontrollieren J.


Und es tat gut – die Kälte, die Landschaft (von der Christiane und Ute bei unserer ersten Ausfahrt allerdings nicht so viel mit bekommen haben, weil sie mehr mit dem Schlitten beschäftigt waren, vor denen kleine „Laufbestien“ hingen, die nicht stehen bleiben wollten J), diese vor Kraft strotzenden Hunde, die sich Ihre ganze Lebensfreude aus den Knochen und von der Seele laufen wollten … ich hätte vor Freude und Stolz auf unsere Hunde auf dem Schlitten Purzelbäume schlagen können J … Da war sie wieder ganz deutlich zu spüren, auch nach 22 Jahren, immer noch – die Faszination Schlittenhunde – nach dem Start absolute Stille - nur die Kufen auf dem hart gefrorenen Trail waren zu hören – die Hunde waren drauf wie noch nie bei uns zu Hause und manchmal hatten wir den Eindruck ein bisschen zu fliegen J - egal was kam: Kurven, Berg auf oder Berg ab, zwischen den Bäumen durch, über im Schnee liegende Baumstämme oder große Steine, blankes Eis auf den Seen, Tiefschnee im Wald oder hartgefrorener Schnee auf den Lichtungen die Hunde nahmen alles im gestreckten Galopp, sie hatten während der Anreise das Kommando „STEH“ vollkommen verlernt und im Nu war unsere erste Ausfahrt im Norden über 16 Km wieder beendet. Die Dogs sind bis zum letzten Meter vor Ihren Zwinger gelaufen als würden Ihre Schwänze brennen J und waren selbst da kaum anzuhalten … Allein für diese Ausfahrt hätte sich die Anreise schon gelohnt J


Die Hunde veränderten sich und wurden immer mehr nordische Hunde – selbst Akhuna, die zu Hause doch schon mal rumzickte, zeigte vor dem Schlitten eine sehr große Lauffreude und war nicht zu bremsen … ich hatte den Eindruck sie lächelt während des ganzen Trips. Die Kraft der Hunde spiegelt sich auch in einem kleinen Zwischenfall wieder. Billy, mein Leithund, fand auf der Weite des Sees nicht gleich den richtigen Weg vom See herunter und ich musste meinen Schneeanker in das blanke Eis setzen, um ihn zu korrigieren. Da haben sie (sechs Hunde) das Seil des Schneeankers, welches direkt in der Zugleine eingehakt war, einfach mit einem lauten Knall abgerissen als sich die Spitzen aus gehärteten Stahl des Ankers in dem Eis eingehenkt hatten. Wohlgemerkt - ein Seil mit dem ich problemlos unseren Lkw abschleppen kann J Unsere Hunde lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen, um uns zu beeindrucken J und sie haben es in den 22 Jahren mit Schlittenhunden immer wieder geschafft mich zu beeindrucken … Christiane hat, hinter mir fahrend, den Schneeanker wie ein Rodeo-Cowboy in voller Fahrt aufgelesen und mir stolz und lächelnd damit zu gewunken J und es hat sich wieder mal als gut heraus gestellt mit zwei Schneeankern zu fahren J … ja ja – mein Sicherheitsdenken …  erspart mir doch immer wieder Katastrophen größeren Ausmaßes J Ute hatte große Angst übers Eis von zugefrorenen Seen zu fahren und dort einzubrechen. Im Land der tausend Seen blieb Ihr aber nichts anderes übrig als sich damit abzufinden und mit der Zeit vertraute sie immer mehr den Hunden und hatte nicht mehr so viel Angst einzubrechen. Wir verlängerten unsere Ausfahrten auf über 30 Km (die wir in einer Stunde 45 Minuten) bewältigten. Da es hier um 14:30 dunkel wird, fuhren wir auch immer öfters im Dunkeln durch die Wälder von Finnland und konnten so auch diese Atmosphäre genießen. Wer das einmal erlebt hat wird süchtig danach – nun ja, vielleicht nicht jeder – ich wurde auf Fälle süchtig danach (allerdings schon vor zwanzig Jahren J). Und Christiane sowie unsere Doghandlerin Ute haben auch ein anderes Verhältnis zu den Hunden bekommen. Nicht das sie die Hunde nicht vorher schon geliebt haben, man kann so ein besonderes Verhältnis einfach nicht mit Worten ausdrücken – das muss gespürt werden. Es ist etwas anderes auf die Hunde angewiesen zu sein, Ihnen zu vertrauen und Ihr blindes Vertrauen zu spüren als mit Ihnen "nur" Gassi zu gehen …


Im Dunkeln laufen die Hunde besser als im Hellen und im Wald laufen sie besser als im offenen Gelände, das hängt mit dem angeborenen Jagdtrieb zusammen. Sie haben das Bestreben so schnell wie möglich hinter die nächste Kurve zu schauen (da sind sie neugierig wie Katzen J) und so haben wir auch unsere Stirnlampen ausgelassen (das Licht irritiert die Hunde nur) und ganz den Hunden vertraut, die uns zielsicher auf dem Trail gehalten haben. Wer solche Touren mit seinen Hunden unternimmt, baut ein besonderes Verhältnis zu seinen Tieren auf. Ich behaupte sogar, dass so ein Verhältnis nur in solchen Situationen und Umfeld aufgebaut werden kann. Wir haben so diese herrliche Gegend Finnlands direkt an der russischen Grenze mit den Hunden erkundet, sind durch Schneetreiben gefahren, die uns jede Sicht geraubt haben, doch die Hunde haben alles weg gesteckt und uns immer wieder sicher nach Hause gebracht. So haben wir uns auf die Ankunft der ersten Gäste vorbereitet. Immer wieder unternahmen wir unsere herrlichen Ausfahrten und haben dabei Zeit, Raum und den Alltag vollkommen vergessen … Außer unseren Ausfahrten kommt ja noch, dass sich mein Aussehen aufgrund der weit entfernten Zivilisation immer mehr einem Trapper angenähert hat (sagte zumindest meine Frau) J, die herrlichen Saunabesuche, die Art wie es hier schneit, der frische Fisch (Eisangeln ist in Finnland Volkssport), der Sternenhimmel der so nur im Norden zu sehen ist und diese himmlische Ruhe und Einsamkeit  in den schneebedeckten Wäldern … und die total veränderten Hunde … deren Wandlung mich bei jeder Finnlandreise begeistert … von meiner Wandlung will ich gar nicht sprechen J - Nur so viel vielleicht – ich könnte hier problemlos leben J


Das Wetter spielte uns leider einen Streich und so wurde es genau an dem Tag (27.12.2007) an dem unsere Gäste ankamen wärmer und die Temperatur stieg bis auf (für uns unheimlich warme) 0 Grad. Es bildeten sich nicht ganz ungefährliche Overflows auf den Seen und wir konnten leider nur bedingte Touren unternehmen. Trotz der kleinen Einschränkung (zur Freude von Ute mussten wir auf die Überfahrten über die zugefrorenen Seen verzichten) haben auch unsere Gäste die Ausfahrten mit den Hunden lieben gelernt J Ihre Blicke beim ersten Einspannen waren beim Anblick der völlig außer Rand und Band geratenen, vor Energie strotzenden Hunde allerdings eher skeptisch J und sie haben sich wohl gedacht wie die unter Kontrolle zu bringen sind – das sind sie doch, oder? War eine der vielen Fragen – unserem „alles ist unter Kontrolle und normal“ haben sie wahrscheinlich erst nach den ersten zwei oder drei Kilometern geglaubt J, bis dahin waren sie jedenfalls ganz still J … Ihren ersten Start vergessen sie sicher auch nicht so schnell, denn wir sind wieder wie die letzten Tage losgeprescht als liefen die Hunde um Ihre Leben J, dabei hatten die nur Ihren Spaß und das zeigte sich wie immer in der Energie die sie frei setzten. Diese „Wärmeperiode“ dauerte bis 30.12.2007 an. Dann begann es in der Nacht wieder zu schneien und die Temperaturen fielen  am 01.01.2008 endlich wieder bis auf -18 Grad. Gegen 19:00 fiel sie noch mal auf herrliche knappe 25 Grad unter Null und wir konnten das Niederfallen der Restfeuchtigkeit aus der Luft beobachten. Bei diesem Schauspiel glitzert und flimmert die Luft als wären Millionen von Glühwürmchen unterwegs J - ein tolles Schauspiel von dem ich meiner Frau schon immer vorgeschwärmt habe – nun konnte sie es selbst sehen und genießen … -25 Grad ist übrigens für die Hunde die optimale Temperatur zum Laufen für lange Strecken und sie haben sich pudelwohl gefühlt.


In der Silvesternacht saßen wir alle in einer sternenklaren, eiskalten Nacht am Lagerfeuer und haben den Schnee, die Kälte (-45 GradC), den einzigartigen Sternenhimmel hier im Norden begleitet vom gelegentlichen lebensbejahenden heulen der Hunde, mit einer riesigen Flasche Sekt und ein, zwei, drei oder waren es vier Gläser mit Whiskey J genossen. Von allen Gästen fiel in den Tagen der Alltag ab und sie lernten den Norden (und vielleicht sogar den Sinn des Lebens) neu kennen und zu schätzen. Eine andere Art Silvester zu feiern – für mich übrigens die schönste Art J und keinen hat die Kälte gestört … wir haben im Schein des Feuers Berge von Nudeln mit gewürfelter Wurst in uns hinein geschaufelt J und die Atmosphäre in uns aufgesaugt. Da in Finnland die Uhrzeit um eine Stunde voraus ist, konnten wir auch zweimal aufs neue Jahr anstoßen J

Unsere Gäste sind schweren Herzens wieder abgefahren. Im Gepäck hatten sie Eindrücke durch die einmaligen Erlebnisse an denen sie – nach eigenen Worten - noch lange zehren werden und wollten so etwas auf alle Fälle noch einmal erleben und wieder mit uns (diesmal nur länger J) und den Hunden in den wunderschönen Norden (der auf  einmal keine Schrecken sondern nur noch Schönes hatte) fahren. In der Silvesternacht haben sie auch festgelegt was sie das nächste Mal anders machen wollen (Kleidung, Anreise doch lieber mit Auto als mit dem Flugzeug …) und schon so etwas wie feste Pläne gemacht J Falls noch einer Lust hat den fantastischen Norden mit Schlittenhunden zu erkunden, ebenfalls echte Abenteuer zu erleben oder solch eine Reise scheut und es einfach mal in Deutschland erleben will, der darf sich gern an uns wenden. Unter www.GlobusLine.de sind wir zu finden und da gibt es auch viele Bilder zu dieser Reise.

Nach der Abreise unserer Gäste hatten wir noch drei Tage bis zu unserer Rückreise. In den drei Tagen ist die Temperatur noch einmal gefallen und wir haben uns wie in der Mitte von Alaska gefühlt. Dazu herrlicher Sonnenschein – schade dass unsere Gäste, dies nicht mehr erleben durften. Bei unseren Ausfahrten war nun eine Vollgesichtsmaske zum Schutz gegen Erfrierungen im Gesicht Pflicht. Die Wangen sind als erstes gefährdet. Das Thermometer zeigte mit Windchill -38 Grad an. Die Landschaft veränderte sich mit der Kälte noch mehr und wurde immer schöner. Die Sonne leuchtete die schneebedeckten Bäume an und lies den Wald in einer Mischung aus Lebensfeindlichkeit und faszinierender Schönheit erscheinen. Der Schnee glitzert im Licht von Lampen als würden überall Millionen von Diamanten herumliegen. Auch dies kann nicht mit Worten beschrieben werden sondern muss einfach einmal selbst gesehen und gefühlt werden.

Und mit der Kälte kamen auch wieder die Tierspuren. So sahen wir in diesen Tagen auf unserem Trail die Spuren von Schneehasen, Elchen und auch von Wölfen die unseren Weg kreuzten. Den Hunden machte das Wetter eher Spaß, als das es sie irgendwie behinderte oder störte. Ihr Atem gefror sofort an der Schnauze und legte sich als Raureif über ihr ganzes Fell. Von den Lefzen hingen Eiszapfen doch Ihre Augen Strahlten, sie lächelten und der Laufwille schien immer größer zu werden. Ihre Gene, die sie von den Wölfen haben machten sich immer mehr bemerkbar und sie zeigten uns ohne Missverständnisse, dass sie doch nordische Hunde sind. Es war ein Traum Ihren gleichmäßigen Schulterrythmus und das Spiel Ihrer Muskeln an den Hinterläufen zu beobachten während sie mit großer Freude den Schlitten Kilometer um Kilometer mal im schnellen Trab dann wieder im Galopp mit der Gleichmäßigkeit einer Lokomotive durch diese herrliche Landschaft zogen. Ihr Atem war als stetige Wolke über den Köpfen zu sehen und schlug sich dann auf dem nachfolgenden Hund als weises Eis nieder. Sie sahen irgendwie grotesk und auch wieder lustig aus. Der Schlittensack war bretthart gefroren und die Holzkufen und die Leinen knarrten unter der Kälte. Bei jedem Ein- und Ausspannen mussten erst die Karabiner enteist und lange angehaucht werden bevor sie sich öffnen ließen und ohne Handschuhe konnte nichts angefasst, wenn man nicht daran kleben bleiben wollte. Die 15m lange Notleine konnte fast am Stück wie ein Stock in Höhe gehoben werden, so hart gefroren war sie und Knoten waren keine mehr möglich. Alles gefror in Minuten J oder schneller … Bei jeder Ausfahrt wünschte ich mir, dass sie nie zu Ende gehen soll … wie gesagt – ich könnte hier problemlos leben J - auch wenn das wahrscheinlich kaum einer versteht …

meine Frau versteht mich aber und das ist mir viel wichtiger als die Meinungen anderer – jetzt da sie es selbst erlebt hat versteht sie mich sogar sehr gut J - Christiane – dafür liebe ich Dich nur noch mehr J

 Aber alles geht einmal zu Ende und vor allem die Schönen Dinge gehen irgendwie am schnellsten vorbei. Wir wollten die Zeit hier allerdings so lange auskosten wie es ging und ließen uns selbst am letzten Tag die Ausfahrt mit den Hunden nicht nehmen J - Noch einmal die herrliche Kälte (das Thermometer ist noch weiter gefallen), die Landschaft und die selbst nach vielen hunderten Kilometern ungebrochene Lauffreude der Hunde zu genießen. So haben wir uns noch einmal zu einer größeren Abschiedstour aufgemacht und tauchten noch einmal voll in die Faszination Schlittenhundesport im hohen Norden ein. Die Hunde haben den Abschied von dieser wunderbaren Gegend auch irgendwie gespürt und haben auf der letzten Ausfahrt noch einmal alles gegeben. Nach dem stundenlangen Lauf wollten sie auch nicht in Ihre Zwinger, so als könnten sie damit die Abreise verzögern oder gar verhindern …

Nun mussten wir als nächstes unsere brettharten Schlitten mit dem ganzen Zubehör erst mal ins Warme schaffen, damit wir sie überhaupt für den Transport zerlegen konnten J - Nichts lies sich öffnen, selbst die Karabiner und Leinen wollten nicht nach Hause … Unsere Schlittensäcke konnten wir am Stück und aufrecht (als wären sie aus Holz) von der Ladefläche der Schlitten heben und in unsere Unterkunft tragen. … Selbst unser Lkw verweigerte die Zusammenarbeit beim Verladen J - keine Hundebox ließ sich öffnen ohne vorher die Verschlüsse mit dem Fön aufzutauen und zu bearbeiten. Die großen Türen hinten, die Eingangstüre zum Wohnbereich unseres Autos und die Türen am Fahrerhaus … alles war hartnäckig zugefroren J. Die Seitenscheiben wollten auch nicht auftauen und so haben wir sie ebenfalls mit dem Fön bearbeitet. Wir wissen jetzt auch was wir vergessen hatten und es für das nächste Mal auf unsere Packliste geschrieben: ENTEISUNGSSPRAY. Das hätte uns das lästige Auftauen der Karabiner beim Ein- und Ausspannen vielleicht schon einmal erspart. Obwohl – ob es bei Temperaturen von ca. 40 Grad unter Null noch funktioniert hätte? Während der Auftauzeit saßen wir zusammen, haben über den letzten Lauf gesprochen und warmen Kaffee getrunken. Dann kam Christiane auf die Idee noch einmal auf unsere Fährtickets zu schauen (sehr gute Idee) und stellte so fest, dass wir eigentlich schon um 14:00 in Helsinki sein mussten und nicht wie geplant um 18:00. Um 18:00 war die Abfahrt und wir sollten 3 – 4 Stunden vorher zum Einchecken da sein. Das verlegte unsere Abfahrt von 05:00 auf 02:00 und wir mussten auf etwas Schlaf verzichten. Aber egal – die letzte Ausfahrt war es allemal wert J

Also fingen wir an unsere Siebensachen (die Zahl darf aber nicht wörtlich genommen werden J) zu packen, die Hunde zu füttern und gönnten uns dann noch ein bisschen Ruhe bevor wir uns bei eisiger Kälte, sternenklarem Himmel die vereisten und schneebedeckten 730 Km nach Helsinki in Angriff zu nehmen. Ein letztes Mal gingen Christiane und ich zum See hinunter und standen Arm in Arm da und haben uns still von dem Norden in Finnland verabschiedet. Dann ging es los ... Wir wollten unterwegs wieder ausreichende Rast für die Hunde machen und noch ein paar Mitbringsel für unsere Helfer und Lieben zu Hause besorgen. Wir betrachteten nun noch einmal den unheimlich glitzernden Schnee und nahmen noch alle möglichen Eindrücke in uns auf. Der Lkw knirschte vor Kälte in allen Lagern und Aufhängungen und wir waren unterwegs nach Helsinki …

Die Rückfahrt

Die Autofahrt nach Helsinki verlief wie die Hinfahrt relativ problemlos. Das einzige Manko war, dass die Seitenscheiben ständig zugefroren sind (und zwar von Innen durch unseren Atem). Obwohl die Heizung voll aufgedreht und das Gebläse auf die Scheiben eingestellt war J Erst 100 Km vor Helsinki war das Problem auch erledigt. Mit den entsprechenden Pausen für die Hunde, zum Tanken und mal einen Kaffe für uns legten wir die Strecke wieder in knapp 13 Stunden zurück. Unsere Fähre fanden wir in Helsinki auch auf Anhieb. Mit unseren Hunden am Eincheckschalter waren wir wieder die Attraktion und wurden bestimmt so oft fotografiert wie ein Promi auf dem roten Teppich. Nur diesmal wurden wir nicht wie erwartet, nach unserer üblichen Warterei, auf das Wetterdeck sondern tiefer im Schiff untergebracht. Warum das so war erfuhren wir unterwegs J Schweres Wetter kam auf und aus meiner Segelzeit wusste ich was da so auf uns zukam. Sturm mit Windstärken von 120 Km/h ließen die Fähre ganz schön schwanken. Die Fährgesellschaft sparte bei dieser Überfahrt jede Menge an Essen J. Zwei Drittel der Gäste waren schlimm Seekrank. Da standen Kinder vor der Toilette und warteten auf Ihre Mütter, die dort Ihr Essen wieder abgaben J Auch Ute war fast 27 Stunden halbtot in der Kabine und war nicht in der Lage aufzustehen. So schlimm hatte es sie erwischt. Gott sei Dank - blieben Christiane und ich davon verschont. Wegen eines Maschinenschadens liefen wir mit einer fast zwei stündigen Verspätung aus dem Hafen von Helsinki aus. Das Schiff sah während der Überfahrt  irre aus. Alle Aufbauten und alles was im Freien war, wurde mit einer dicken Eisschicht überzogen. Der Wind trieb das Seewasser vor sich her und jeder Tropfen, der das Eisen des Schiffes berührte wurde sofort zu Eis. Die Gäste, die mit Ihren Hunden auf Deck Gassi gehen mussten hatten alle Mühe nicht zusammen mit Ihren Vierbeinern umgeweht zu werden. Ansonsten verlief die Rückfahrt nach Travemünde problemlos. Den Hunden machte das schwere Wetter gar nichts aus und sie verhielten sich wieder vorbildlich. Während der Überfahrt haben Christiane und ich uns mit einem Finnen unterhalten. Unsere Gespräche gingen um das Konkrete Leben in Finnland (Arbeitslosigkeit, Steuern, Immobilienpreise ...). Man weiß ja nie - vielleicht brauchen wir es ja noch J  denn wie gesagt - ich könnte da problemlos leben J ... Was wir gehört und erfahren haben, war jedenfalls durchweg gut und regte bei mir mal wieder eine Menge Gedanken an. Durch den Sturm und die verspätete Abfahrt kamen wir um 00:00 (deutscher Zeit) in Travemünde an. Die Heinfahrt verlief verkehrstechnisch ohne Problem und Zwischenfälle. Pausen für die Hunde und uns ... wir legten die Strecke in 11 Stunden zurück. Leider musste ich noch auf der Rückfahrt die traurige Entscheidung, wegen Kanok treffen, was uns dann doch sehr beschäftigt hat. In Altmannshausen angekommen haben wir noch die Hunde in die Zwinger verlegt und waren dann einfach nur Müde. Die Hunde freuten sich auch wieder in Ihren Zwingern zu sein, doch es war anders als in Finnland ... Kein Schnee und trockene Kälte mehr - Deutschland hat uns gleich mit Regen und Schmuddelwetter begrüßt. Ich hätte glatt umdrehen und wieder zurück fahren können J Wir haben uns und alle Hunde wieder gesund nach Hause gebracht. Trotz Kälte und der vielen vielen vielen Kilometer, die die Hunde gelaufen sind hat keiner Gewicht verloren oder sonstige Blessuren. Ein Lob auf unser Futter ... Na ja - bis auf Miquel J die Hündinen fingen in Finnland mit Ihrer Läufigkeit an und der arme Kerl leidet dann immer ganz besonders schlimm. Er frisst dann schlecht und nimmt dadurch immer ab ...

Nun warten wir unsere nächste Reise in den Norden - die ich Mitte des Jahres anfange zu planen J

Zur Versorgung der Hunde

Eine Frage, die mir und wahrscheinlich allen die so etwas machen immer wieder gestellt wird, ist: „Warum fährt jemand an einen Punkt dieser Erde an dem -25 Grad normal sind, kaum Menschen anzutreffen sind, jede Menge Wölfe leben und setzt sich freiwillig Schneestürmen, großer Kälte, Elchangriffen sowie anderen unangenehmen Dingen aus und fährt mit Schlittenhunden dort durch die Gegend?“ – Nun – ganz einfach: „es ist einfach atemberaubend Schön! Jedes andere Wort ist überflüssig J“ – Fragt meine Frau, die den Reiz des Nordens jetzt ebenfalls kennt … Doch ich schweife wieder mal ab J

Für so eine Reise müssen die Hunde auch auf bestimmte Dinge vorbereitet und konditioniert werden. Damit ist nicht nur das vorbereitende Training im Hinblick auf Kraft und Ausdauer gemeint. In einer Umgebung in der in kürzester Zeit alles gefriert, da kann keine Futterschüssel lange auf dem Boden stehen bleiben. Also müssen die Hunde dazu gebracht werden zu Fressen wann immer das Futter hingestellt wird. Das größte Problem ist das Wasser. Die Hunde sollen keinen Schnee fressen, das gibt Durchfall und führt zu Flüssigkeitsverlust, was hier fatale Folgen hat. Durch die trockene Kälte muß der Hund sämtliche Flüssigkeiten durch das Futter aufnehmen und verliert gleichzeitig mehr als bei uns zu Hause. Wasserschüsseln können nicht aufgestellt werden, weil sie innerhalb von Minuten durchgefrieren. Also muss Wasser mit dem Futter aufgenommen werden. Deshalb wird das Futter mit soviel Flüssigkeit angereichert wie es nur geht. Wir haben morgens eine Suppe aus Wasser und Rindfleisch an die Hunde verteilt und abends eine Mischung aus Hochleistungsfutter, Fleisch, besondere Kohlenhydrate (Nudeln, Kartoffeln …) und Wasser verfüttert. Durch die Kälte bei gleichzeitiger Hochleistungsbeanspruchung durch die langen Touren verbrauchen die Hunde Kalorien wie ein Tour de France-Fahrer. Das Futter muss ständig an die Belastung und die Kälte angepasst werden. Zu Hause füttern wir anders, da dort die Belastungen anders sind. Ein alter Trick, um einen lustlosen Hund zum Fressen zu bewegen (was hier lebensnotwendig ist), ist übrigens eine Prise Knoblauch. Das funktioniert natürlich nicht bei jedem Hund, aber nur ein Versuch macht klug J Andere Hunde fahren dafür auf Thunfisch oder Lachsöl ab - wieder andere auf Hühnerbrühe … Ein Hund der nicht frisst darf nicht so belastet werden und muss geschont werden bis er frisst. Das Gewicht jedes Hundes muss also im Auge behalten werden …  Schonen heißt auch, aus der Kälte nehmen …

Zur Ausrüstung

Es wird viel sogenannte Outdoor-Ausrüstung zu mehr oder weniger günstigen Preisen angeboten. Hier erfährt man sehr schnell ob es wirklich was taugt J Schuhe und Handschuhe sind ein sehr wichtiger Bestandteil auf den man besonderen Wert legen muss. Sogenannte Mode-Outdoor-Kleidung (so nenne ich es immer) lassen einen hier bei -25 Grad mit Windchill auch mal -35 Grad (oder tiefer) ganz erbärmlich frieren. Ich will und kann hier nicht auf jedes Detail der Kleidung eingehen, wer da mehr Informationen haben will kann sich gern an uns wenden. Wir haben die Dinge, die wir empfehlen selbst getestet und wissen deshalb ganz genau wovon wir sprechen J Bei der Hundeausrüstung gilt das gleiche. Kocher, Geschirre, Karabiner, Leinen, Reisverschlüsse, Halsbänder, Hundeboxen … bei allem haben wir Lehrgeld bezahlt und eines kann ich allgemein sagen: Hände weg vom Kunststoff (das bricht wie nichts in der Kälte, egal woran es sich befindet) und vom Eisen (das bricht unter Belastung ebenfalls und friert an allem an). Messing ist ein gutes Material für belastete Teile. Haltet Euch an Bergsteigerausrüstung was die großen Karabinerhaken angeht und ansonsten fragt uns .. auch hier wissen wir wovon wir reden J

Oh – wirklich gute Ausrüstungsgegenstände kosten etwas mehr – allerdings keine Unsummen – dafür habe ich manche Teile schon über 12 Jahre und bin immer noch sehr zufrieden.



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Musherpaßnummern: Christiane 004923016111866; Ralf (diplomierter Hundeverhaltenstherapeut) 004922105601865
Wir sind beide seit 2006 Inhaber des Diploms "Better-Mushing I" vom VDSV
Stand: 27. Dezember 2014