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01.07.2006


Ich sitze in freier Natur, am See - Die Weißen möchten, dass ich für sie arbeite, wie sie Geld verdiene, wie sie ein Auto kaufe und wie sie in freier Natur, an einem See, Urlaub mache und angle - Doch - ich sitze schon in der freien Natur, am See ... (Kanadischer Indianer)


Ich will einen Husky – was muss ich beachten?

 
von Ralf Gotthardt (11.10.2006)
 

Gründliche Informationen sind der Anfang – die Grundlage – einfach unheimlich Wichtig!

Der Husky ist eigentlich nicht für ein Dasein in unserer zivilisierten und der Natur häufig entfremdeten Welt geschaffen. Wer sich einen Schlittenhund nur wegen der Modeeigenschaften (blaue Augen und der aparten Fellzeichnung) anschafft, ohne dabei auf die speziellen Bedürfnisse dieser Rasse einzugehen, wird nicht lange Freude an seinem Vierbeiner haben. Auch der Husky wird sich nicht wohl fühlen und dies auf vielfältige Art und Weise zeigen.

Vor der endgültigen Entscheidung für einen solchen „besonderen“ nordischen Hund als neues Familienmitglied sollten sie sich deshalb eingehend über die Rasse und vor allen über ihre Bedürfnisse informieren. Dieses „Lernen“ wird nie aufhören – solange ihr Hund lebt. Sehr empfehlenswert ist der Besuch einer Hundeausstellung, eines Schlittenhunderennens, eines erfahrenen Züchters oder erfahrenen Mushers. Auf solchen Veranstaltungen und bei solchen Hundehaltern können sie eine Menge Informationen über die Rasse und deren Haltung erfahren. Doch bleiben sie kritisch – nicht alles was sie hören – muss gut sein oder zu dem passen, was sie mit ihrem Hund machen wollen. Hüten sie sich vor so genannten Spezialisten – die selbst erst vor einem knappen Jahr angefangen haben. Auch vor der so genannten Fachliteratur muss ein wenig gewarnt werden! Es gibt wirklich nur ganz wenig gute deutschsprachige Bücher über Huskies. Fragen sie lieber einen erfahrenen Hundehalter, der sich mit dieser Rasse viele Jahre eingehend beschäftigt hat. Dort bekommen Sie die wirklichen Informationen. Nehmen sie sich auch vor den „Lauten“ angeblich alles Wissenden J in acht ...

Achten Sie auch darauf, dass der Welpe am Abholungstag die erste mindestens 5fach-Impfung (LT,L,SHPPi2) erhalten hat, mehrfach entwurmt worden und mit dem Chip versehen ist. Lassen sie sich das Impfbuch (blauer Europäischer Heimtier-Ausweis) aushändigen, die Wiegetabelle der Welpen zeigen und kontrollieren sie die Angaben (Impfungen, Chipnummer ...), die von einem Tierarzt eingetragen worden sind. Abgabetermine ohne wirklich wichtige Gründe vor der 10. Woche sind unseriös und grenzen sogar an Tierquälerei (sehen sie dazu auch „die Lebensphasen eines Hundes“ unter Würfe)! Kaufen Sie einen Hund mit „Papieren“, dann prüfen Sie vorher, um was für Papiere es sich handelt. Manche Züchter verkaufen Hunde für viel Geld mit Zuchtpapieren, die nicht FCI-anerkannt sind. Mit diesen Papieren können sie nicht auf alle Ausstellungen gehen und dies sind genau die Wichtigen. Das gleiche gilt für Schlittenhunderennen bei denen reinrassige Papiere vorgeschrieben sind. Im Zweifel fragen Sie bei einem der anerkannten Zuchtvereine (DCNH) nach und legen dort eine Kopie des Pedigrees vor. Es gibt inzwischen die tollsten Papiere ...

Dann wird Ihnen der Welpe mit einem Schutzvertrag verkauft. Unterschreiben sie keinen Vertrag indem sich der Züchter irgendwelche ungewöhnlichen Rechte vorbehält. Das sind zum Beispiel: er will Welpen von der Hündin oder durch den Rüden gezeugte, Ausleihen des Hundes zu irgendwelchen Rennen oder gar Deckakten, ohne Angabe von Gründen wieder zurück holen, ... Üblich dagegen sind Kontrollmöglichkeiten der Haltung und zurück holen bei schlechter Haltung, Vorkaufsrecht des Züchters bei Weggabe, Weiterverkauf nur mit Genehmigung des Züchters, der Hund darf nicht für Tierversuchszwecke verwendet oder verkauft werden, der Züchter will eine Tierarztbescheinigung bei Tötung des Hundes ...

 Den richtigen Hund finden ...

Huskies werden, wie viele andere Rassen, mittlerweile als Sport- und Showhunde (nach Modeanforderungen) gezüchtet. Bei letzteren ist vor allen Dingen das Aussehen wichtig – weniger die Eigenschaften. Show-Huskies sind oft nicht so ausdauernd, aber meist eigenwilliger und schwieriger zu erziehen. Sporthunde müssen dagegen bestimmte Fähigkeiten mitbringen, um als Schlittenhunde eingesetzt werden zu können. Musher züchten ausschließlich Sporthunde und haben in der Regel mehrere Schlittenhunde. Diese werden in Zwingern im Rudel gehalten. Im Gegensatz zum einzeln gehaltenen Wohnungshund oder Showdog-Zuchtpaar wachsen diese unter artgerechteren Bedingungen auf. Sozialisierung, Rudelverhalten, Unterwerfung, konsequente Erziehung (auch von Artgenossen) und artgerechte Bewegung sind bei verantwortungsvollen Mushern immer gegeben. Schon weil ein kranker, vernachlässigter Hund nicht eingespannt werden kann und die Integration ins Gespann sowie in das Rudel an erster Stelle steht. Durch das viele Training sind diese Hunde auch an alles gewöhnt. Eine besondere Gewöhnung an Menschen, Geräusche, Verkehr, andere Hunde usw. sind vom Welpenalter an gegeben. Diese Dinge sind von Haus aus wichtig, um möglichst stressfrei trainieren und so viele Hunde überhaupt händeln zu können. Unsere Hunde haben noch den Vorteil durch unsere Kurse und Workshops zusätzliches kennen zu lernen. Suchen sie sich also einen Züchter, der sich ausgiebig mit seinen Welpen beschäftigt (sehen sie dazu auch „die Lebensphasen eines Hundes“ unter Würfe) und sie mit der Umwelt vertraut macht. Nicht zu vergessen ist natürlich, dass die Hunde des Züchters einen gesunden, munteren Eindruck machen sollen und die Zwingeranlage sauber und gepflegt sein muss. Showdog-Züchter warten meist mit Ausstellungserfolgen auf und bei Sporthunden werden die vererbbaren Fähigkeiten als Schlittenhund der Eltern genannt. Welchen Hund sie haben wollen, entscheiden Sie selbst, doch unterstützen sie nicht aus Mitleid für die Hunde die schwarzen Schafe. Denn solange diese Hunde verkaufen können, werden sie immer weiter machen und „Hundevermehrung“, um des Geldes willen betreiben! Dies hat mit verantwortungsvoller Zucht nichts mehr zu tun!

Und dann noch - Husky ist ein Überbegriff für mehre Hunderassen, die als Arbeitshunde vor dem Schlitten eingesetzt werden (Siehe dazu "Übersicht der Schlittenhunderassen"). Das Wort Husky bedeutet "rau" und kommt von der rauen Stimme, wenn sie mal bellen. Welcher dieser Rassen für sie geeignet ist, hängt wieder davon ab, welche Haltungsmöglichkeiten sie haben, von ihrer Hunde-Erfahrung und natürlich was sie mit dem Hund für einen Sport betreiben wollen ... Auf alle Fälle haben alle ihre speziellen Eigenschaften und keine ist "schlechter" oder "besser" ...

Nun bleibt noch die Frage: Hündin oder Rüde?

Auch hier gehen die Meinungen weit auseinander. Meiner Meinung nach ist das völlig egal, viel entscheidender ist der Charakter des Hundes. Ich habe einen Hund an der Leine und kein Designerstück! Nicht die Farbe der Augen oder des Fells oder ob es ein Mädchen oder ein Bub ist - macht den Unterschied J ... Der Rüde markiert und ist oft ein unverbesserlicher Macho – Hündinnen werden läufig und manchmal ganz schön zickig ... Eine dominante Hündin ist schwieriger zu erziehen und vor allem bei Raufereien schwerer unter Kontrolle zu bringen als ein dominanter Rüde ... und so geht das immer weiter hin und her ... jeder hat also seine „Nachteile“ – so etwas darf aber beim Kauf eines Lebewesens gar keine Rolle spielen. Hat jemand schon eine Hündin und er will keine Welpen, dann ist eine Hündin besser, weil man sie in der Läufigkeit nicht trennen muss – das sind dann schon bessere Gründe. Hier kann also kein allgemeingültiger Rat gegeben werden, sondern dies muss individuell vom Käufer nach den Gegebenheiten entschieden werden.

Ach ja - Geld und Zeit kostet so ein Hund auch

Ein Hund ist niemals ein Platzproblem sondern ein Zeitproblem! Prüfen sie, ob sie die erforderliche Zeit (1-2 Stunden täglich, 365 Tage im Jahr) aufbringen können, um dem Tier gerecht zu werden und das Geld für den Hund - das muss einfach immer genauso da sein wie für Kinder! Impfungen, Entwurmungen, Futter, Hundesteuer, Spielzeug, das entsprechende Auto, Zwinger, Geschirre, spezielles Fahrrad, Hundebox, Betreuung im Urlaub und Tierarztbesuche kosten laufend Geld! Tja - und dann noch der Urlaub ... also bei uns ist das eindeutig: wohin wir gehen, da gehen einfach alle Hunde mit! Wollen Sie auf ihre Fernreisen nicht verzichten, dann muss vorher  überlegt werden wo ihr Liebling bleiben kann. Das gilt auch bei eventuellen Krankheiten und beruflicher Abwesenheit ... So ein Hund ist eine Anschaffung für die nächsten 13 - 15 Jahre! Durch unsere Arbeit im Tierschutz wissen wir leider zu genau - in was Tierliebe ganz plötzlich umschlagen kann ...

Und noch etwas - Huskies faszinieren, dass wissen wir ganz gut! Doch fangen sie langsam an! Erhöhen sie ihren Hundebestand nicht innerhalb von 6 Monaten auf über 10 Hunde ... ihr Hundebestand sollte nie größer sein als ihr Wissen! Lernen sie erst und wachsen sie mit ihren Hunden, dann darf gern der Nächste kommen ... sie denken das gibt es nicht - doch das gibt es und noch vieles mehr ... schauen Sie für die Ausübung des Schlittenhundesports unsere Seiten über Mushing ...


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Musherpaßnummern: Christiane 004923016111866; Ralf (diplomierter Hundeverhaltenstherapeut) 004922105601865
Wir sind beide seit 2006 Inhaber des Diploms "Better-Mushing I" vom VDSV
Stand: 27. Dezember 2014