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01.07.2006


Die drei schlimmsten Übel sind: Dummheit, Faulheit und Feigheit  ... (Tecumseh, Shawnee)


Report: Grönlands traurige Schlittenhunde


In Grönland leben an die 21 000 Schlittenhunde unter katastrophalen Umständen.
Eine Mitarbeiterin des Österreichischen Tierschutzvereins machte sich alleine auf nach Ostgrönland, um das Leid der Hunde zu dokumentieren.

 
Bericht:

Am 17.8. ging es von Wien nach Kopenhagen und weiter nach Kevlavik/Island, von dort mit dem Bus nach Reykjavik, Übernachtung im Guest House. Am nächsten Tag vom Flughafen Reykjavik nach Kulusuk/’Grönland, Landung auf Schotterpiste, Flughafen winzig, ein Haus mit einem Schalter, ein Souvenirladen mit Inuitmädchen, die verkauften, weiter mit dem Helikopter nach Tassilaq in Ostgrönland.
Ankunft in Tassilaq, buntes Städtchen, Holzhäuser, rot, gelb, grün, blau, rosa, Eisberge schwimmen herum.
Am Abend Kontrolle der ersten Hunde. Unterwegs mit Tierärztin, die für die Regierung arbeitet.
Einsame Hunde an Ketten, Hunde ohne Wasser, drei skelettierte Hunde mit zusammengebunden Beinen, den Strick, der als Halsband fungierte, noch um den Hals, so ging es weiter...


Am nächsten Tag bei strahlendem Sonnenschein Kontrolle von etwa 150 Hunden, non stop, alles in Grönland ist sehr steil, mit vollem Equipement, Handycam, Spiegelreflexkamera und große Schulterkamera.
Furchtbares gesehen, lässt sich kaum in Worte fassen, mehr als 90 % der Hunde ohne Wasser, viele waren vor Durst völlig verzweifelt, ab und zu die Eingeweide eines Seehundes dazwischen, Welpen ohne Haus (obwohl gesetzlich vorgeschrieben), lagen am Boden, auch wenn es regnete, wie an den beiden nächsten Tagen. Oft konnten die Mütter nicht zu den Welpen, weil die Ketten schon so verwickelt waren, dass sich die Hunde nicht einmal einen halben Meter bewegen konnten. Wir versuchten mit alten Flaschen, die wir aufschnitten, den Hunden Wasser zu geben, sie tranken so gierig, sicherlich war es das erste Wasser seit Tagen. Wir versuchten auch die Ketten zu entwickeln, was gar nicht so einfach war.


Die nächsten Tage Regen, filmen bei Regen, was noch alles trister aussehen ließ, die Hunde saßen im Dreck, völlig durchnässt, ohne Futter, wenigstens sammelte sich ab und an etwas Wasser in einer Pfütze...
Am Abend wieder Hunde kontrolliert, ein Hund war völlig fertig, die Tierärztin verlangte vom Besitzer (der Richter der Stadt!), dass er den Hund entweder gesund pflegt, was leicht möglich wäre, man hätte ihn nur ins Haus holen müssen und füttern, oder ihn töten zu lassen. Der Besitzer weigerte sich den Dogshooter, der in jedem Ort vorhanden ist, noch am Abend holen zu lassen, der Hund lag völlig krank mit Lungenentzündung im Regen. Wir gingen in der Nacht heimlich hin und die Tierärztin schläferte ihn ein, er starb in meinen Armen. Dann packten wir ihn in einen Sack und fuhren im Taxi (das gibt es dort!) zum Hotel, der Taxifahrer wusste natürlich nicht, was er transportierte, dann versteckten wir den Hund beim Hotel, am nächsten Tag obduzierte ihn die Tierärztin, er hatte statt an die 45 kg nur 21 kg, im Darm war nur Erde, er hatte Lungenentzündung, ich habe noch nie so einen dünnen Hund gesehen, nach Abziehen des Fells sah man nur die reinen Knochen. Sie verbat mir zu filmen, was ich aber Dank kleiner Handycam heimlich doch tat...
Das Ganze geschah in einer Art Bauhof, dort steht auch eine Waschmaschine für Robbenfelle, sobald das Fell vom Fleisch befreit worden ist (die Entfleischungsmaschine ist made in Germany), kommen die Felle in diese riesige Waschmaschine.
Dann endlich Aufbruch mit dem Boot in die Dörfer, ein winziges Boot (vier Mann), zum Glück mit Kabine, bei hohem Seegang (man knallte wegen der Wellen mit dem Kopf an die Decke, wenn man sich nicht festhielt), ging es an Eisbergen und bizarrer Landschaft vorbei, die Eisberge strahlten weiß oder türkisblau, groß wie mehrstöckige Häuser.
Ankunft im Dorf, die Kinder umringten mich nach anfänglichem Zögern, zogen an meinen Haaren, untersuchten alle Öffnungen der Kamera. Dann ging es an die Kontrolle, etwa 150 Hunde, wieder bergauf, bergab, über Felsen und Geröll, mit von der Partie der lokale Dogshooter mit dem geschulterten Gewehr.
Die Hunde wieder ohne Wasser, ohne Hütten, verwickelt, abgemagert. Sie sitzen auf Felsen, in Müllhalden, zwischen Glasscherben, Dreck und Coladosen. Sie blicken uns verzweifelt an, wollen gestreichelt werden (was ich auch tue und was mich total stresst, filmen, streicheln, schauen, wo die anderen sind).
Weiterfahrt mit dem Boot ins nächste Dorf, wieder an die 150 Hunde.  Mutterhündinnen versuchen mit letzter Kraft für ihre Welpen ein Nest aus Grasbüscheln zu bauen, Hunde winseln und schreien verzweifelt um Hilfe, wenn sie uns sehen.
Ein Hund soll erschossen werden, die Tierärztin zerrt mich weg, ich darf nicht filmen, ich versuche es aus einiger Entfernung, sie reißt an meiner Kamera, ich schimpfe und schreie, keine Chance. Dann ist Funkstille zwischen uns, dieser Vorfall ließ sie ihr Vertrauen ihn mich verlieren, meinte sie, sie nahm mich am nächsten Tag nicht mehr mit in die Dörfer, denn sie hatte Angst um ihren Job und sie wusste nicht, dass ich ein „animal rights activist“ sei...Blödsinn, ich habe ihr unter Tierschutzverein geschrieben.


Trauer und Wut meinerseits, ich wollte alle Hunde sehen!
 

Ich bin psychisch am Ende, lasse mir aber nichts anmerken, die Tränen schlucke ich hinunter und filme, filme, streichle, rede den Hunden zu, dass sich irgendwann, wenn denn im nächsten Leben, alles ändert.
Am nächsten Tag macht sich die Tierärztin allein auf den Weg per Boot, ich bleibe zurück und bin stinksauer. Dann die Idee: Ich suche die Müllhalde mit dem obduzierten Hund und werden ihn fotografieren! Gedacht, getan: Erstmals die Müllhalde suchen, endlich gefunden, tausende schwarze Müllsäcke, genau solche, worin auch der Hund entsorgt worden ist.
Ich klettere über die Müllberge, ein alter Mann sucht nach Verwertbarem. Endlich, welch Zufall! Ich finde das Fell des Hundes in einer Schachtel, der Körper kann nicht weit sein!
Ist er auch nicht, ich hole den Hund aus dem Sack, das Blut fließt ihm aus den Augen...schnell Fotos, Fotos! Gerade als ich zu filmen beginnen wollte, kommt die Müllabfuhr, lächeln, plaudern (manche können Englisch), ich warte bis sie weg sind, plötzlich kommt die Polizei, keine Chance zu filmen, ich beschließe am Abend wieder zu kommen, vermummt mit Haube und Schal. Leider gelingt mir das nicht, ich bin in Sorge, ob jemand etwas mitbekommen hat, was tun, wenn die Tierärztin mit der Polizei kommt (sie sagt das Ganze ist Polizeisache) und mir mein Filmmaterial konfisziert? Angst macht sich breit, ich präpariere leere Bänder und Filme, indem ich sie beschrifte, sollen sie diese doch bekommen. Das echte Material trage ich in die Berge und verstecke es. Die Tierärztin kommt zurück am Abend, wir tun beide als sei nichts geschehen, ich mache aus Sorge um das Material gute Miene zum bösen Spiel. Wo sollte ich auch hin? Dort kann man nicht flüchten, der einzige Weg ist der Helikopter, die Strassen enden am Rande der Stadt...
 

9 Hunde wurden an diesem Tag erschossen.
In der Nacht beginnt es zu regnen, ich eile in die Berge und hole das Material, da ich am nächsten Tag abfliege. Dann banges Warten, bis ich das Material endlich außer Landes gebracht habe, ich lasse es nicht mehr aus den Augen (in Amsterdam geht noch mein Koffer verloren, das merkte ich erst bei der Rückkunft in Schwechat, Gott sei Dank war das Material bei mir!!!).

Zusammenfassung:

Mehr als 500 Hunde kontrolliert, mehr als 90% ohne Wasser, obwohl dies oft an den Nasen der Hunde vorbeifließt, Inuit sind zu faul, Alkoholiker, scheren sich nicht um die Hunde, Wasser wäre leicht überall verfügbar. Einige hinken, haben kranke Augen, niemand kümmert sich, einer hat ein gebrochenes Vorderbein.
Hunde werden alle 3-4 Tage gefüttert, manche 1x in der Woche, Futter nur Eingeweide von Robben, manchmal Fisch, meist alles verwest, liegt in Haufen herum.
Ketten zu kurz, oft total verwickelt, Hunde hängen aneinander und können sich nicht bewegen.
Welpen auf blanker Erde, die Ketten der Hunde streifen ständig über sie, sie schreien vor Schmerzen.
Die Tierärztin erzählt, den Hunden werden die Zähne eingeschlagen, damit sie sich nicht losbeißen.
Viele werden auf Inseln während des Sommers ausgesetzt, diejenigen, die überleben, werden vor Wintereinbruch wieder geholt.
Viele verhungern angebunden.
Welpen müssen viel zu jung schon den Schlitten ziehen.
Überall Müll, Hunde dazwischen. Wir versuchen zu helfen, schneiden auch manche Hunde von den Halsbändern, weil sie sich nicht mehr bewegen können.
Tierärztin schreibt Report für Polizei, diese sollten (wenn sie Lust haben) die Besitzer strafen, es kann bei mehrmaligem Vergehen sogar zu einem Hundehalteverbot kommen.
Tierärztin kontrolliert den gleichen Bereich nur alle drei Jahre (sinnlos).
Hunde werden meist nach 2 Jahren erschossen, freilaufende Hunde werden sofort erschossen.
Zahl der Hunde rückgängig, Klimawandel lässt Eis im Winter zu dünn werden, Inuit jagen meist schon mit dem Boot. Der letzte Sommer kostete aufgrund der Trockenheit vielen Hunden das leben, weil sie einfach verdursteten.
Hoffen auf Tourismus und Schlittenhundefahrten – hier Chance für die Hunde!

Was kann man tun?

1.Tourismus:
Aufklärung für Touristen, was muss ein Hund haben, wie muss er aussehen, dass er halbwegs gesund ist, wenn nicht - beschweren, bei Reisebüro fordern! Hunde sehen wegen ihres Fells auf den ersten Blick nicht so schlecht aus, man sieht nicht sofort, wie sie leiden und dass sie kein Wasser haben.
2.Schulfilm für Grönland:
Mit Behörden abklären, Tierärztin will Gespräche führen und mein Material herzeigen, nur bei Kindern Chance, alte Inuit lassen sich nichts sagen.
3.Positivkampagne mit grönländischen Musikern (davon gibt es dort einige sehr gute)

Nur durch Aufzeigen des Leides können wir etwas verändern, der Österreichische Tierschutzverein wird  versuchen mit den grönländischen Behörden zu verhandeln, ihnen diese „Positivkampagne“ ans Herz zu legen. Es werden mehr Kontrolltierärzte gebraucht, in ganz Grönland gibt es für den Sleddog-District nur zwei!
 
Bitte berichten Sie über diese Problematik, von der niemand etwas weiß!

Material:
Vorhandenes Videomaterial mit Sony DSR 200 AP (Profikamera) auf DVD, MiniDV oder DVCAM-Kassette
Vorhandenes Bildmaterial mit analoger Nikon F 60, auf CD oder per Mail (anbei eine kleine Auswahl in geringerer Auflösung)
Vorhandenes Videomaterial mit Canon-Handycam (Notkamera)
Videomaterial wurde bereits vorgeschnitten und in wichtige Sequenzen vorsortiert (also „verwickelte Ketten“, „Welpen ohne Hütte“, „kein Wasser“ usw.)
 

Das Videomaterial bietet reiche Auswahl an Bildmaterial, auch Standbilder für Printmedien möglich!
Gerne schicken wir Ihnen eine Foto-CD mit großer Bildauswahl in hoher Auflösung zu!
Gerne schicken wir Ihnen eine Demo-DVD auf Wunsch zu!

Bitte werfen Sie einen Blick auf diese Bilder, niemand weiß um das Leid dieser Hunde, sie leiden unbemerkt!
 
Mit freundlichen Grüssen,

Marion Löcker
Österreichischer Tierschutzverein
Kampagnenleitung
Kohlgasse 16
A-1050 Wien
mobil: 0043/664/8468247
E-mail: doku@tele2.at
www.tierschutzverein.at
 


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Copyright © 2006 GlobusLine Ralf Gotthardt
Mitglieder im Verband VDSV und AGSD
Musherpaßnummern: Christiane 004923016111866; Ralf (diplomierter Hundeverhaltenstherapeut) 004922105601865
Wir sind beide seit 2006 Inhaber des Diploms "Better-Mushing I" vom VDSV
Stand: 27. Dezember 2014