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01.07.2006


Wer sein Selbst nicht lieben kann - kann niemanden lieben ... (Weisheit der Nootka)


Training für Musher

 
   
  Prof. Husky Inuk von Gotthardt
Hundefakultät
Fachbereich Musher
Altmannshausen Zwinger 1

91477 Altmannshausen

 
 

Dieser Beitrag soll allen Frauen, die mit einem Musher verheiratet sind, bei der Ausbildung der Selben helfen. Denn es sind immer die Schultern dieser mutigen Frauen auf denen die gesamte Last, die unweigerlich beim Zusammenleben mit dieser seltenen Spezies entsteht, abgeladen wird. Des Weiteren sollen diese Trainingsmethoden auch dem Schutz der eingespannten Hunde dienen.

Die nachfolgenden Ausführungen sind eine Zusammenfassung aller durch diese Frauen gemachten Erfahrungen. Diese Erfahrungen wurden dann noch durch erfahrene Leithunde ergänzt und nieder geschrieben. Im Folgenden wird speziell die Handhabung des Trainingswagens erläutert. Es sollen aber noch weitere Ausbildungshilfen erstellt werden.

Trainingswagen für Schlittenhunde

Vorwort:

Dieses Trainingsgerät dient der Körperertüchtigung von Hund und Körperzüchtigung des Mushers. Ebenso soll das Zusammenwirken zwischen dem Schlittenhundeführer (auch Leithund genannt) und dem Musher verbessert und drillmäßig geübt werden. Da in der Regel die Hunde wesentlich intelligenter und geistig flexibler sind, ist auf die Musherausbildung wesentlich mehr Gewicht zu legen. Nachfolgend werden die jahrelangen Erfahrungen von Musherehefrauen in Kurzform wiedergegeben. Für weitere Informationen und Einzelheiten lesen Sie bitte das Buch “ Musher, das Leiden und Leben mit dieser besonderen Spezies”. Herausgegeben vom Ehefrauenverlag der dem Emanzipiertenverein angegliedert ist.

Die theoretische Ausbildung:

Der Musher wird jeden Tag vor dem Training nach den Kommandos abgefragt. Nachfolgende Kommandos muß er fehlerfrei beherrschen:

  • GEE (gesprochen TSCHII) für rechts
  • HOW (gesprochen HOHH) für links
  • GO (gesprochen GOO) für das Anfahren
  • GO - GO - GO (gesprochen GOO GOO GOO) für das Anfahren am Berg
  • GO VERDAMMT (gesprochen GOO VERDAMMT) für die Ermunterung der Hunde während der Fahrt.
  • STOP (gesprochen SCHTOP) zum normalen Anhalten.
  • ANHALTEN VERDAMMT NOCHMAL (Dieses Kommando wird in der Regel sehr laut gegeben - ja, regelrecht geschrien und durch heftiges Atmen und Keuchen (der Musher rennt dabei meistens hinter seinen Hunden her) unterbrochen.
  • HIMMEL ARSCH UND ZWIRN BLEIBT ENDLICH STEHEN dieses Kommando ist noch eine Steigerung des vorherigen Kommandos. Zum Keuchen und heftigen Atmen muss der Musher dazu noch ein wutentbranntes, hochrotes Gesicht haben.

Diese Übung beugt auch der Ausrede vor, die Hunde wären falsch gelaufen. In der Regel werden die Kommandos nicht präzise, nicht richtig oder einfach zu früh gegeben. Sie können da ganz und gar meiner langjährigen Erfahrung als Leithund vertrauen. Es gibt kaum einen Musher der die Kommandos richtig geben kann. Es wird immer wieder behauptet wir (die Schlittenhunde) sind falsch gelaufen. Dabei verwechseln immer wieder die Musher links und rechts und STOP und GO. Das Beherrschen der Kommandos kann mit folgenden Fragen abgeprüft werden:

  • Die Hunde sind rechts abgebogen, welches Kommando muss hinterher gegeben werden, damit die Hunde nicht falsch gelaufen sind? Antwort: GEE.
  • Die Hunde sind stehen geblieben, welches Kommando muss nun hinterher gegeben werden, damit sich der Musher richtig verhält? Antwort: STOP.
  • Die Hunde laufen und der Musher ist vom Trainingswagen abgestiegen, weil er sich nicht richtig festgehalten hat. Dies ist eine Fangfrage ! Nun sollte der Musher gar kein Kommando geben, denn er braucht die Luft zum Rennen. Dies begreift zum Beispiel kaum ein Musher. Bei diesen Gelegenheiten wird gebrüllt und geschrieen was die Lunge hergibt. Ein völlig falsches Verhalten. Und nun das Tollste! Er hat Mist gebaut und wir sind Schuld! Treiben Sie ihm diese Denkweise mit allen Mitteln aus.
  • usw.

Wenn diese Übung abgeschlossen ist, wird dem Musher beigebracht, wo hinten und vorne ist. Diese Übung hilft bei späteren Gefahrensituationen die Übersicht zu behalten. Die meisten Musher laufen bei jeder Gelegenheit planlos um den Trainingswagen herum und wissen nichts mehr. Des Weiteren wird der sehr häufigen Frage vorgebeugt: “Wo kommen die Hunde hin und wo muß ich aufsteigen ?”. Denn bei dieser Übung wird ihm auch beigebracht, daß die Hunde vorn eingespannt werden und er hinten aufsteigen muß. Achten Sie darauf, dass er versteht: vorne läuft der Intelligenteste! Hinten ist der Größte und ..., na ja, Sie wissen schon. Auf Rennen kann man sehr häufig beobachten, dass die Musher hinterher laufen. Entweder haben die sich das vorher beschriebene Prinzip zu sehr zu Herzen genommen und laufen deswegen ganz weit hinten oder bei diesen Mushern wurde diese Übung zu oberflächlich behandelt. Sie müssen versuchen einen guten Mittelweg zu finden. Bei Bedarf können die Trittbretter und die Handgriffe auch farblich markiert werden. Dies erleichtert die Handhabung sehr. Das Verständnis für die genaue Handhabung (die Hunde ziehen während der Musher sich auf dem Trainingswagen befindet) fehlt leider bei den meisten Mushern. Und so kommt es leider immer wieder vor, dass dieses hochtechnisierte Trainingsgerät falsch verwendet wird.

Nun wird es schwierig! Der Musher muss lernen das Kommando “GO” zu geben und dabei gleichzeitig die Bremse zu lösen. Diese Übung bringt in der Regel die meisten Probleme für den Musher. Die Koordination von zwei Dingen fällt Ihnen sehr schwer. Für diese Übung muß deshalb sehr viel Zeit angesetzt werden. Sie ist aber unbedingt erforderlich. Wenn diese Verfahrensweise nicht richtig beherrscht wird, verlieren die Hunde sehr schnell das Interesse am Training und verweigern (berechtigterweise) die Arbeit.

Als nächstes wird der Begriff “Schwerkraft” im Zusammenhang mit “herunter-fallen” an praktischen Beispielen erläutert. Dazu wird der Musher mehrmals vom Tisch oder einem Stuhl geworfen. Sollten Sie allerdings in einem der oberen Stockwerke wohnen, werfen Sie ihn einfach mehrmals aus dem Fenster. Dieses Verfahren schont die Möbel und den Teppichboden. Die Erfahrungen haben gezeigt, daß dies die wirksamste Methode der Ausbildung ist. Diese Erklärungen vermindern die laufenden Kosten am Musher (Salben, Binden, Fahrtkosten zu Krankenhäusern, etc.). Sie ist nicht unbedingt erforderlich aber sehr nützlich und Kosten sparend.

Die theoretischen Anweisungen für die weiteren Tätigkeiten entnehmen Sie bitte den Gebrauchsanweisungen der entsprechenden Geräte. Dazu gehört das Auslegen und Einklinken der Zugleine, das Anlegen der Zuggeschirre, richtiges Einspannen der Hunde und ähnliches. Diese Anweisungen würden den Rahmen dieser Anleitung sprengen.

Praktische Ausbildung

Nun ist der theoretische Teil abgeschlossen (ja, es sind schon wieder zwei Jahre vergangen) und es beginnen die praktischen Übungen. Die erste praktische Übung besteht aus dem richtigen auf- und abladen des Trainingswagens. Diese Übung sollte mindestens 50-mal durchgeführt werden. Dann folgt das korrekte Reifenflicken und -aufpumpen. Auch diese Übung sollte für jedes Rad 50-mal durchgeführt werden. Dabei sind die aus dem theoretischen Teil stammenden Fachbegriffe rechts, links, hinten und vorne zu wiederholen und zu vertiefen. Widersprüche und Gemecker bekommen Sie am besten mit einer Peitsche oder einem langen Stock in den Griff.

Bei Bedarf kann der Musher nun auf dem Trainingswagen stehend 60 bis 70 mal kräftig gegen eine Mauer geschoben werden. Diese Übung vertieft die Erläuterungen zur “Schwerkraft im Zusammenhang mit herunterfallen”. Ein steil abfallender Berg an dessen Ende ein Baum, Haus oder etwas ähnliches steht, verringern Ihre Anstrengungen erheblich. Es lohnt sich nach den entsprechenden geographischen Gegebenheiten zu suchen.

Um den Gleichgewichtssinn zu testen und zu verbessern, wird der Trainingswagen nun an einen Pkw angehängt. Der Musher muß bei abrupten Richtungsänderungen bei Tempo 180 Km/h auf dem Trainingswagen stehen bleiben und darf das Gleichgewicht nicht verlieren. Am Anfang dieser Übung empfiehlt es sich den Musher auf dem Trainingswagen fest zu binden. Die Erfahrung hat gezeigt, daß die meisten Musher bei dieser leichten Übung schon Angstzustände bekommen. Was völlig unverständlich ist. Von vorherigen Erklärungen ist deshalb abzusehen. Mit Sekundenkleber auf den Fußrasten und Handgriffen kann die Übung aber zu jeder Zeit durchgeführt werden. Achten Sie nur darauf, daß der Musher keine Handschuhe trägt. Es ist schon Mushern gelungen aus den erwähnten Handschuhen heraus zu schlüpfen, sie haben sich dann einfach die Schuhe ausgezogen und waren nie mehr gesehen. Dies stört den Ablauf der Ausbildung doch erheblich. Durch das ständige wieder einfangen wird doch eine Menge Zeit vergeudet.

Ist der Musher nach dieser Übung aus dem Krankenhaus entlassen, darf er nun ganz allein die Zugleine einhängen. Zweckmäßigerweise ist mit dieser Übung zu warten bis alle Gipsverbände (besonders von Armen und Händen) entfernt sind. Diese Übung ist bis zum fehlerfreien Einklinken (an der richtigen Stelle) zu wiederholen. Aus der Erfahrung heraus muss sie mindestens 100-mal durchgeführt werden.

Ebenso oft muss das Einhängen des Zugleinenkarabiners in das Zuggeschirr geübt werden. So mancher brave Schlittenhund hat bei dieser Tätigkeit schon ein Ohr, den Schwanz oder gar wichtigere Körperteile (vor allem Rüden sind gefährdet) verloren, weil der Karabiner an der falschen Stelle angebracht worden ist. Und das tut weh! Dies können Sie mir glauben.

Das Anlegen der Zuggeschirre ist keine Tätigkeit für den Musher und sollte grundsätzlich von anderen Personen gemacht werden. Es ist einfach zu kompliziert!! Diese Ergebnisse wurden durch Langzeitversuche bestätigt. Selbst nach jahrelanger Unterweisung waren die Musher nicht in der Lage diese Tätigkeit auszuführen.

Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß und Erfolg bei der Ausbildung. Ich möchte die von Ihnen gemachten Erfahrungen gern an andere weitergeben. Aus diesem Grund bitte ich Sie, mir doch alle Ausbildungsteile und die dabei gemachten Erfahrungen schriftlich mitzuteilen. Meine Adresse entnehmen Sie bitte dem Briefkopf.

Meine Professorenkollegen und alle Schlittenhunde danken Ihnen im voraus für Ihre Bemühungen. Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiterhelfen. Eines möchte ich noch erwähnen. Es ist selbstverständlich, daß der Musher während der gesamten Ausbildung auf dem Trainingswagen zu schlafen hat. Sie kennen ja den Ausspruch “Die Braut des Mushers ist der Trainingswagen”. So können Sie es ihm verständlich machen. Diese Übung hat natürlich nur den Zweck, dass Sie ihn wenigstens während der Ausbildung los sind. Sie sollen schließlich auch etwas davon haben.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Husky Inuk

 



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Copyright © 2006 GlobusLine Ralf Gotthardt
Mitglieder im Verband VDSV und AGSD
Musherpaßnummern: Christiane 004923016111866; Ralf (diplomierter Hundeverhaltenstherapeut) 004922105601865
Wir sind beide seit 2006 Inhaber des Diploms "Better-Mushing I" vom VDSV
Stand: 27. Dezember 2014