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Fortsetzung

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01.07.2006


Wir wurden zusammen mit allen Geschöpfen auf diese Erde gesetzt. - Alle diese Geschöpfe, auch die kleinsten Gräser und die größten Bäume, sind mit uns eine Familie. - Wir sind alle Geschwister und gleich an Wert auf dieser Erde ... (Dankgebet der Irokesen)


Mushing - das Reisen mit Schlittenhunden

 

Dies ist ein sehr umfangreiches und spannendes Thema. Leider gibt es meiner Meinung nach nur wenig wirklich gute Bücher über diesen tollen Sport und und diese tollen Hunde. Ein gutes Buch kann ich aber sehr wohl empfehlen und das ist "Mushing - Hundeschlittenfahrten" von Thomas Gut. Der Thomas ist schon auf dem Schlitten gestanden, da haben so viele andere noch gar nicht gewusst wie man Schlittenhund schreibt und ich habe auch viel von ihm gelernt. Er war für mich in vielen Dingen ein Vorbild und sein Buch hat mich auch zu diesem Artikel hier veranlasst.
 
Eines der schönsten Abenteuer der Erde kann beginnen - bei uns im schönen Steigerwald: Pulverschnee, der von den Kufen und der Bremsmatte aufgewirbelt wird, von dem angeborenen und unbeugsamen Drang des "Laufwillens" nach vorn angetriebene Hunde vor dem Schlitten. Leise galoppieren sie freudig auf dem verschneiten Trail entlang, nur das Hecheln der Hunde, das Klappern der Karabiner, das Knarren und schaben des Schlittenholzes ist zu hören, die weiße wunderschöne Landschaft zieht an einem vorbei, während man auf dem Schlitten steht ... Ein Gefühl der Freiheit und des Glücks, des Stolzes auf sein gut laufendes Gespann ... ein Abenteuer wie Fliegen, ein Rausch wie beim höchsten Glück - 
 
Faszination
Schlittenhundesport
Nicht immer erlebt man den Schlittenhundesport in dieser Art, aber er bringt in allen seinen Varianten eine große Faszination mit sich: "Die Einheit von Tier -  Mensch und Natur". Wer dieser erlebten und gespürten Freiheit einmal erlegen ist, den lässt sie nicht mehr los ... Viele sind der Überzeugung, Schlittenhundesport gibt es nur in den ganz kalten Regionen und im hohen Norden. Dies ist ein weit verbreiteter Irrtum. Auch hier in Mitteleuropa finden sich immer mehr Anhänger dieses fantastischen Hobbies ... Wobei ich immer sage : es ist kein Hobby sondern eine Lebensart ... Auch wenn oftmals der Schlitten mit dem Trainingswagen vertauscht werden muss ... es bleibt jedoch immer die gleiche Faszination vorhanden, im Team Mensch und Tier unterwegs zu sein. Sicher - es ist nicht einfach in einem dicht-besiedeltem Land wie Deutschland so viele Hunde zu halten, geschweige denn die Zeit dafür aufzubringen - eine Ausfahrt, ein Blick in die Augen dieser tollen Tiere oder ein Abend am Zwinger und nur beobachten - alle Mühen sind es wert ...
 
Zu dieser traditionsreichen Art der Fortbewegung gehören nicht sehr viele Voraussetzungen - die wichtigste ist Tierliebe. Natürlich sind weitere Dinge und eine Menge Wissen notwendig, um sich selbst Hunde zu halten und sie auszubilden, doch um es einmal selbst auszuprobieren reicht sie - die Tierliebe.
 
Natürlich kann ich hier auch nicht restlos auf alle Aspekte des Mushings eingehen. Ich will Ihnen aber einen grundlegenden Überblick zu der Thematik geben. Sie können gern alles in einem unserer Workshops oder Kurse vertiefen und dort in der Praxis erleben. Jeder angehende Musher muss und will bestimmt wesentlich tiefer in dieses Thema einsteigen. Vor allem zu Futter, Haltung und Training gibt es unzählige kontroverse Meinungen aus denen es gilt sich das Beste heraus zu suchen. Leider gibt es nur sehr wenig gute deutschsprachige Literatur und deshalb hoffe ich mit diesem Beitrag eine Hilfe für alle  Interessierten zu geben und dadurch zu verhindern, dass noch mehr Huskies in Tierheimen landen, weil sie unüberlegt angeschafft worden sind.

Wie kann ich es lernen?
 
Nicht jeder hat die Möglichkeit, sich die Hunde zu halten und es sind ja gleich mehrere nötig, um den Sport ausüben zu können. Des Weiteren geht es hier um Lebewesen und nicht um ein Surfbrett, das dann locker wieder verkauft werden kann. Deshalb ist es oft vernünftiger auf den Hund zu verzichten, weil das Leben, sonstige Interessen oder die Arbeit nicht genügend Zeit für die Hunde lässt. Ein Hund ist niemals ein Platzproblem sondern ein Zeitproblem! Zeit lässt sich durch nichts ersetzen. Keine noch so schöne Zwingeranlage und teure Versorgung kann dem Hund das geben, was er wirklich braucht: soziale Kontakte zum Menschen und anderen Hunden.  In diesem Punkt sind Schlittenhunde noch anspruchsvoller als andere Rassen. Es ist also weit aus vernünftiger seine eigene Belastbarkeit, seine Bereitschaft sich um den Hund zu kümmern und die dafür notwendige Zeit sowie die finanziellen Mittel aufzubringen zu testen. Indem man einem erfahrenen Musher über die Schulter blickt und so erfährt was da eigentlich auf einen zukommt. Oder bei einem Kurs in einer Schlittenhundefahrschule die Grundlagen des Mushings zu erlernen. Die Anschaffung eines Hundes ist immer eine Entscheidung für viele Jahre (ca. 13 Jahre) und muss daher reiflich überlegt sein. Zu viele Huskies leben in Tierheimen oder unter falschen Bedingungen.

Auf eigene Faust
 
Das ist mit Sicherheit der beschwerlichste Weg, diesen Sport zu erlernen. Die Fehlerquote wird sehr hoch. Das viele Geld, dass durch den Kauf von falschen Ausrüstungsgegenständen verbraucht wird (ich wundere mich immer wieder was da so alles gekauft wird, vor allem bei Ebay), die richtigen Hunde(typen), Training und Ausbildung, Ernährung, Umgang mit den Hunden ... es gilt eine Menge Fehler zu vermeiden! Meist passiert es aber, dass man aufgrund unvorhersehbarer Umstände zum Besitzer eines Huskies wird und die Faszination im Inneren der Seele zu arbeiten beginnt. So war es bei mir (siehe auch unter Geschichten: "Wie alles begann") ...
 
Die ersten Versuche mit einem Schlittenhund beginnen normaler Weise mit dem Fahrrad, das liegt am nächsten und für den Trainingswagen oder Schlitten braucht man mehrere Hunde. Die Entscheidung beim Schlittenhundsport zu bleiben oder damit aufzuhören kommt dann sehr schnell. Wenn die Entscheidung für das Mushing fällt, krempelt sich Ihr Leben komplett um. Wo Sie wohnen, welche Autos sie fahren, wohin sie in Urlaub fahren und Ihre Freizeit bis hin zu Ihrem Beruf wird von den Hunden bestimmt. Egal ob Sie Rennen oder Touren fahren. Dann gebe ich Ihnen den Rat sich von einem Musher einen erfahrenen Leithund zu kaufen. Auch wenn er bereits 5 oder 7 Jahre alt ist - es lohnt sich auf jeden Fall! Dies ist eine gute Ausgangsbasis für den Aufbau eines eigenen Huskyteams. Sie ersparen sich eine ganze Menge Nerven und Lehrgeld.

In einem Verein

Eine Mitgliedschaft in einem Verein ist schon sinnvoll, beispielsweise aus versicherungstechnischen Gründen, günstigere Impfungen, Erfahrungsaustausch, um Unterstützung bei möglichen Problemen mit Jägern, Landschafts- oder selbsternannten Tierschützern zu bekommen. Vereine bieten auch die Möglichkeit an Trainingslagern und Rennen teilzunehmen. Gute Vereine halten auch Kurse wie "Better-Mushing" oder Schlittenfahrlehrgänge ab. Durch den Erfahrungsaustausch mit Mitgliedskollegen erweitere ich meinen Wissenstand. Der Kreis der Schlittenhundesportler ist in Deutschland leider recht klein, so dass oft keine Möglichkeit besteht direkt vor Ort am Vereinsleben teilzunehmen. Zudem macht das im Vereinsleben obligatorische hin und her untereinander es dem Anfänger nicht gerade leicht - zu erkennen was ist gut und was nicht. Dazu kommt noch die Spaltung zwischen den Verbänden in reinrassig und dem Verband ohne Rassentrennung. Dies wird jetzt aber Gott sei Dank durch die Initiative "gemeinsam Fahren und getrennt werten" immer mehr überbrückt.  Hüten Sie sich vor Fanatikern die "Ihre" Rasse ganz vehement profilieren. Jede Schlittenhunderasse ist es wert gezüchtet und gefahren zu werden. Da ist Bayern ein Vorreiter. Hier wurden alle Verbände unter einen Hut - den SSVB - gebracht.


Bei einem kommerziellen Anbieter

Das ist zur Zeit wohl die beste Möglichkeit in diesen Sport einzusteigen. Hier bekommt man (hoffentlich) gut ausgebildete Schlittenhundeteams, an denen man sich versuchen kann. Unter der Anleitung eines erfahrenen Ausbilders lernen Sie so nach und nach ein kleines Hundegespann zu führen und zu versorgen. Das richtige Reagieren auf die Hundesprache und den "Blick" für den Zustand der Hunde. Sicherlich sind Musherkurse ncht ganz billig, aber bevor man sich selbst das Lebewesen Hund anschafft (oder gar gleich mehrere), das dann mehrere Jahre sein Recht einfordert, ist es wesentlich sinnvoller - das Mushing erst in einem Kurs zu lernen und auszuprobieren ob es der Sport der nächsten 10 - 15 Jahre ist. Weiterhin müssen die Anbieter Ihre Hunde das ganze Jahr füttern, trainieren, Impfungen, Schutz gegen Zecken und Entwurmungen ... und die Saison geht nur 4 - 5 Monate ...

Bei den Angeboten muss man allerdings auch vorsichtig sein. Es reicht von individuellen Touren bis zu Massenveranstaltungen, wo Bus für Bus durchgeschleust werden. Das Erlebnis Tier-Mensch-Natur kommt dabei in der Regel viel zu kurz. Deshalb gilt folgende Checkregel bei der Auswahl des Veranstalters:

  • Anzahl der Teilnehmer (sollte bei maximal 6 Teilnehmern pro Guide liegen)
    Auch hier gilt die Regel: je weniger Schüler desto besser und intensiver die Schulung
  • Qualifikation der Ausbilder (Guides)
    Wie in vielen Outdoor-Sportarten gibt es hier auch keine vorgeschriebenen Qualifikationen oder Abschlüsse. Es lohnt sich zu fragen wie lange der Ausbilder den Sport betreibt und welche Erfahrungen hat er (Rennen, Touren - wo schon gefahren ...). Bildet er sich selbst weiter ...  Hüten sollten Sie sich vor Veranstaltern, die selbst gerade einen Workshop besucht haben und dann plötzlich eine eigene Schule eröffnen. Uns sind auch Veranstalter bekannt die sich vor einem halben Jahr ein Gespann gekauft haben und selbst Anfänger sind, was sie nicht davon abgehalten haben sofort eine Schule zu eröffnen.
  • Der Ausbildungsstand der Hunde
    den kann ein Laie selbst nicht beurteilen, deshalb gilt hier die Faustregel: werden die Hunde viel gefahren (Rennen, Touren, Kurse ...), dann sind die Hunde in der Regel auch gut ausgebildet.
  • Länge der Touren
    Viele Veranstalter lassen Ihre Schüler einmal über 2 Km oder mal gerade fünf Minuten im Kreis herum fahren. Auch dadurch können sie nicht gerade viel lernen und die Faszination Reisen mit Schlittenhunden erleben und genießen. Achten Sie also auch auf die Länge und Streckenbeschaffenheit.
  • Preis-Leistungsverhältnis
    Was ist alles im Angebot enthalten?
  • Ausrüstung
    Hier in Mitteleuropa reicht ganz normale Winterausrüstung aus.

Als Doghandler bei einem kommerziellen Anbieter oder Profimusher

Eine sehr kostengünstige Art und dazu auch noch sehr intensive Art alles über den Schlittenhundesport zu lernen ist als Doghandler zu arbeiten. Dabei noch die großen Rennen in Alaska und Kanada erleben ... Hinter dem Begriff "Doghandler" steht der Betreuer eines Schlittenhundekennels. Krass ausgedrückt eine Art Pferdeknecht für Schlittenhunde. Sicherlich ist die Hauptarbeit nicht das Training und Mushen, sondern vielmehr die Betreuung der Hunde. Doch damit fängt das Mushen ja auch an und viele die Doghandler beschäftigen geben die Möglichkeit ein eigenes Gespann zu trainieren und zu fahren. Als Doghandler braucht man viel Liebe zu den Hunden, Engagement, Enthusiasmus und den Willen mit Huskies zu arbeiten. Meist ist Kost und Logis frei und manchmal ein kleines Gehalt oder Taschengeld. In der Regel steht einem Einsatz auf dem Schlitten nichts im Weg, wenn sich das Vertrauen des Mushers verdient wird. Auch Martin Buser (mehrmaliger Gewinner des Iditarods) hat als Doghandler angefangen ...

Angebote für Stellen als Doghandler gibt es jedes Jahr aufs Neue (Interessenten können sich da gern an mich wenden, mir sind mehrere Adressen bekannt) und wir haben auch eine Doghandlerin in unserem Kennel - ist also durchaus auch etwas für Frauen :-) ...


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Dieser Beitrag wird fortgesetzt ... also immer wieder reinschauen ...



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Mitglieder im Verband VDSV und AGSD
Musherpaßnummern: Christiane 004923016111866; Ralf (diplomierter Hundeverhaltenstherapeut) 004922105601865
Wir sind beide seit 2006 Inhaber des Diploms "Better-Mushing I" vom VDSV
Stand: 27. Dezember 2014