Mitakuye Oyasin ==> Wir sind alle Verwandte
(Gebet der Sioux)

Wie alles  begann und mein erster Hund - AKI - zu mir kam


Es begann bei mir  wahrscheinlich genauso wie bei vielen anderen auch. Ich wollte schon immer einen  Hund haben. Wohlgemerkt einen Hund. Dieser Hund sollte mein Freund und ständiger Begleiter sein. Er sollte überall mit mir hingehen können und alles mit mir  teilen.

Aber ich konnte aus  so vielen Gründen einfach keinen Hund halten. Zumindest nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Also wartete ich.

1985 war es dann endlich soweit. Die Bundeswehr war rum, Weiterbildung und Studium war fertig,  die Wohnung passte und ich war bereit mir endlich meinen eigenen Hund ins Haus  zu holen.

Allerdings verstand  ich von Hunden soviel wie die Kuh vom Walzertanzen. Ich machte die gleichen  Fehler wie schon so viele vorher und informierte mich nicht ausreichend.

Ich ging also los, um mir meinen Hund zu suchen. Auf einem Countryfest in Dittigheim (bei Tauberbischofsheim) war dann ein so genannter “Züchter”€ mit einem Wurf Welpen. Diese Kleinen Racker gefielen mir sehr gut und besonderst einer schaute mich mit  ach so treuen Augen an. Da ich diese Rasse noch nie gesehen hatte, habe ich den  “Züchter”€ auch alles Mögliche gefragt. Kann er im Haus gehalten werden, kann er ohne Leine laufen, läuft er weg, ist das ein Jäger, kann er gut erzogen werden,  ist das ein Hund für einen blutigen Anfänger wie mich, beisst er, ..........

Die Antwort war auf  jeden Fall immer : kein Problem; er muss nur erzogen werden; Hundeplatz ist gut;  nein, er verliert kaum Fell und kann problemlos allein gelassen werden; in der Wohnung fühlt er sich echt wohl; so viel Auslauf braucht er auch nicht; .......

Kurz, er sagte was  ich hören wollte und so kam er endlich - mein Hund -. Ich musste zunächst noch warten, da er noch zu jung war. Alle Vorbereitungen wurden getroffen :  Hundehütte wurde gebaut, Napf gekauft, Hundefutter besorgt, Hundeplatz in der  Wohnung eingerichtet, Halsband und Leine wurden beschafft, Hundename wurde  ausgesucht, Urlaub eingereicht, .......

Der Abholtag wurde  mit großer Spannung herbeigesehnt. Dann war er da - der Tag der Tage - und Aki  trat in mein Leben. Das dieser Tag mein Leben von Grund auf ändern sollte wusste  ich da allerdings noch nicht. Ich konnte in keinster Weise abschätzen was ich da  begonnen habe. Anzuschauen als hübscher, lieber und kleiner Wollknäuel. In  seinen Augen Stand : “Ich kann kein Wässerchen trüben und bin ganz lieb”€. Ich glaubte blind was in seinen blauen Augen stand.

Nun mal ganz ehrlich ... ist der nicht süß und es fällt irre schwer ihm etwas abzuschlagen und ihm böse zu sein :-)

AkiKleinEr hat aber ganz schnell heraus gefunden,  dass ich ihm so gut wie gar nichts abschlagen kann und er hat mit meiner  Erziehung gleich am ersten Tag begonnen. Wenn ich ihn allein gelassen habe (also ca. 10 Sekunden), hat er jämmerlich geheult (meine Nachbarn waren nicht so  entzückt), Fressen nur - wenn ich es ihm persönlich verabreicht habe, Gassi  gehen wann immer er wollte (dafür war er schon am 2. Tag Stubenrein), Hundehütte ?! Nein - danke - lieber Wohnzimmer und Küche -, Hundespielzeug?! Nein danke -  lieber Herrchens Schuhe und die Tapete ist ganz toll -, .....

Kurz, er hat mich ganz schön auf Trab gehalten. Aber ich liebte ihn und nichts konnte mich erschüttern !

Die erste Nacht  schlief ich mit ihm auf dem Küchenfussboden, weil er einfach nicht allein bleiben  wollte. In den kommenden Nächten haben wir dann um das Bett gekämpft. Aber da blieb ich dann wenigstens Sieger ! Immer? Na ja, ganz ehrlich, fast immer ...  zumindest wenn ich da war ... und ein paar Ausnahmen ....

Ich hatte vollstes Vertrauen zu meinem Hund. Mein Hund war sowieso ganz anders als die anderen. So lies ich ihn auch frei  laufen. Wenn er dann keine Lust mehr hatte (oder ihm war das Wetter zu  schlecht), dann ging er nach Hause und hat mich einfach stehen lassen. Er  wartete dann brav vor der Haustür bis ich kam.

Im Laufe der Zeit fanden wir dann zueinander und ich begann mich mit der Rasse auseinander zu setzen (jetzt endlich). Nun stellte ich fest was ich mir da ins Haus geholt hatte. Ich begann Bücher über Hundeerziehung zu lesen und besuchte sogar Erziehungskurse mit ihm (das die Ausbilderin bei den Unterordnungsübungen die gleichen Probleme mit ihm hatte wie ich, gab mir doch mein Selbstbewusstsein zurück). Ich ging dreimal die Woche auf  den Hundeplatz und er lernte dann doch noch alles was so ein Begleithund braucht. Platz, Sitz, Bleib, Fuss, Fuuuussss (das ist wirklich ein anderes  Kommando). Er war so gut, dass ich ihm weiterhin voll vertraute (er hörte ja auf  mich). Das ging auch eine ganze Weile gut. Ich hörte auch in keinster Weise auf  die Warnungen wie : “diese Rasse kann man nicht frei laufen lassen”€. Was haben denn die Bücherschreiber schon für eine Ahnung und mein Hund ist sowieso anders.  Er ist ja auch sorgsam ausgebildet und kann ja auch alles. Dreimal die Woche auf den Hundeplatz, dass hilft bestimmt. Gut, er hat es ein paar Mal versucht, aber  kam ja immer wieder. Nun, einen Dickschädel und einen sehr ausgeprägten eigenen Willen hat er auch, aber wie gesagt er kam ja immer wieder. Ich liebte meinen Hund und er liebte mich. Damit war alles Klar.

Bis zu einem gewissen Tag. Er war jetzt 9  Monate alt. An diesem Tag lernte ich sehr viel und sah auch viel ein. Ich ging mit ihm wie gewohnt spazieren. Er war nicht an der Leine - aber lief brav bei Fuss.  Da sah ich den beweglichen Zaun des Schäfers und in darin waren Schafe. Aki sah es auch und startete sofort durch. Ich rief ihn und er blieb stehen. Er sah mich an, dann in Richtung Schafe überlegte ... und ...... zog die Schafe vor. Bei der anschließenden Hetzjagd (ich hinter Aki her und Aki hinter den Schafen her) wurde mir sehr schnell  bewusst das ich keine Chance hatte. Er hat ein Schaf umgelegt, dann noch eines und als er sich gerade auf das nächste stürzen wollte habe ich mich mit einem Hechtsprung auf ihn geworfen. Ich glaube manchmal, dass er es mir nie so ganz verziehen hat, weil ich ihm da den Spaß verdorben habe. Anschließend habe ich mehrere Stunden Schafe zusammen getrieben und beim Schäfer Abbitte leisten  müssen. War ein teurer Spaß. Gott sei Dank war der Schäfer verständnisvoll. Es kamen dann noch ein paar ähnliche aber Gott sei Dank nicht so dramatische  Vorfälle und ich sah ein : Ich kann ihn nicht mehr frei laufen lassen. Trotz  Hundeplatz und Ausbildung. Tja, mein Hund war eben anders als die anderen Hunde - ein Sibierier eben (deshalb habe ich heute auch Alaskaner :-)) - freundlich zu Menschen - doch ein großer Jäger. Nun begann eigentlich meine Musher-Karriere. Denn jetzt musste ich mir etwas Neues einfallen lassen. Nur an der Leine war einfach zu wenig für Aki.

Ich war immer noch allein mit all meinen  Problemen, der Schlittenhundesport war lang nicht so bekannt und verbreitet zu dieser Zeit. Auch das Internet steckte noch in den Kinderschuhen und was heute so selbstverständlich an Informitionen über das WWW zu beschaffen ist, war damals etwas komplizierter. In einer Zeitschrift (ja - da hat man zu meiner Zeit die Informationen erhalten) sah ich dann ein Geschirr und ein Bild auf dem ein Schlittenhund vor dem Fahrrad lief. Das sah toll aus und wäre bestimmt was  für uns. Gesagt getan. Geschirr besorgt, Leine für das Fahrrad besorgt und los gings. So dachte ich es mir zumindest. Wie immer hatte mein Aki eine andere Vorstellung. Es kamen nun viele ernsthafte Auseinandersetzungen zwischen ihm und  mir. Meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt. Aki hatte einen ganz  schönen Dickkopf und das mit dem Vorauslaufen und dabei ziehen war nicht so ganz das was er sich vorgestellt hatte. Ich wollte anhalten, er aber nicht; ich wollte rechts abbiegen, er aber lieber links; ich wollte an dem Bauernhof vorbei, er lieber auf den Bauernhof zum Katzenjagen; ich wollte weiterfahren, er  fand den Baum interessanter; .......... nach einem halben Jahr haben wir uns dann geeinigt und es hat funktioniert. Nun kam das nächste Problem :  ein Hund ..... Fahrrad ..... der arme Kerl musste sich so plagen .... ein  zweiter Hund wäre nicht schlecht ..... ???!!!! So kam dann Aila zu uns ... und  dann noch zwei ... dann - tja - heute sind es eben 20 *grins* ...

Aki und ich haben uns zusammen gerauft, er hat mir beigebracht was ein Schlittenhund ist und dann ein ganzes langes Hundeleben  zusammen mit mir verbracht. Er wurde mein zuverlässigster Wheeler, haben  unheimlich viel zusammen erlebt. So viel, dass ich es hier gar nicht erzählen  könnte - Viele Menschen kamen und gingen - er ist immer bei mir geblieben.

Er war mit mir in Frankreich und Spanien beim Tauchen und auch in Finnland beim Schlitten fahren - er war überall dabei. Unseren Lebensweg habe ich nur ganz kurz angerissen - es wäre wirklich viel zu viel um alles zu schreiben ...

Dann lag er im hohen Alter von 17,5 Jahren in meinem Wohnzimmer auf meinem Schoß und wollte nach einem  erfüllten Leben in Ruhe sterben.  Mit ihm ist ein großer Teil von mir mit gestorben - meine Tränen, meine Trauer und  meinen Kummer wird kaum einer verstehen - ist doch bloß ein Hund - Für mich war  er aber wesentlich mehr !!!!!!!!!!!! 

Aki - als Erwachsener - auf der Fähre - auf dem  Weg nach Finnland

wheeldogAkiEin Freund der immer zu mir gehalten hat, immer Geduld mit mir hatte und mich akzeptiert hat wie ich bin...

Er wird immer und ewig in meinen Gedanken sein - doch er hat mir auch eine  andere Welt gezeigt, die ich heute noch - nun zusammen mit meiner Frau  Christiane - pflege und sehr zu schätzen weiß. Wer weiß was aus mir geworden wäre ohne ihn - meinen ersten Hund ...

 


Bilder vom 20.05.06 021
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