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01.07.2006


Mitakuye Oyasin ==> Wir sind alle Verwandte (Gebet der Sioux)

Wie alles begann und AKI zu mir kam

Es begann bei mir wahrscheinlich genauso wie bei vielen anderen auch. Ich wollte schon immer einen Hund haben. Wohlgemerkt einen Hund. Dieser Hund sollte mein Freund und ständiger Begleiter sein. Er sollte überall mit mir hingehen können und alles mit mir teilen.

Aber ich konnte aus so vielen Gründen einfach keinen Hund halten. Zumindest nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Also wartete ich.

1985 war es dann endlich soweit. Die Bundeswehr war rum, Weiterbildung und Studium war fertig, die Wohnung passte und ich war bereit mir endlich meinen eigenen Hund ins Haus zu holen.

Allerdings verstand ich von Hunden soviel wie die Kuh vom Walzertanzen. Ich machte die gleichen Fehler wie schon so viele vorher und informierte mich nicht ausreichend.

Ich ging also los, um mir meinen Hund zu suchen. Auf einem Countryfest in Dittigheim (bei Tauberbischofsheim) war dann ein so genannter “Züchter” mit einem Wurf junger Welpen. Diese Welpen gefielen mir sehr gut und besonderst einer schaute mich mit ach so treuen Augen an. Da ich diese Rasse noch nie gesehen hatte, habe ich den “Züchter” auch alles Mögliche gefragt. Kann er im Haus gehalten werden, kann er ohne Leine laufen, läuft er weg, ist das ein Jäger, kann er gut erzogen werden, ist das ein Hund für einen blutigen Anfänger wie mich, beist er, ..........

Die Antwort war auf jeden Fall immer : kein Problem; er muss nur erzogen werden; Hundeplatz ist gut; nein, er verliert kaum Fell und kann problemlos allein gelassen werden; in der Wohnung fühlt er sich echt wohl; so viel Auslauf braucht er auch nicht; .......

Kurz, er sagte was ich hören wollte und so kam er endlich - mein Hund -. Ich musste zunächst noch warten, da er noch zu jung war. Alle Vorbereitungen wurden getroffen : Hundehütte wurde gebaut, Napf gekauft, Hundefutter besorgt, Hundeplatz in der Wohnung eingerichtet, Halsband und Leine wurden beschafft, Hundename wurde ausgesucht, Urlaub eingereicht, .......

Der Abholtag wurde mit großer Spannung herbeigesehnt. Dann war er da - der Tag der Tage- und Aki trat in mein Leben. Das dieser Tag mein Leben von Grund auf ändern sollte wusste ich da allerdings noch nicht. Ich konnte in keinster Weise abschätzen was ich da begonnen habe. Anzuschauen als hübscher, lieber und kleiner Wollknäuel. In seinen Augen Stand : “Ich kann kein Wässerchen trüben und bin ganz lieb”. Ich glaubte blind was in seinen blauen Augen stand.

Und jetzt einmal ganz ehrlich, sieht er nicht süß und unschuldig aus?

 Klein-Aki mit 12 Wochen

Er hat aber ganz schnell heraus gefunden, dass ich ihm so gut wie gar nichts abschlagen kann und er hat mit meiner Erziehung gleich am ersten Tag begonnen. Wenn ich ihn allein gelassen habe (also ca. 10 Sekunden), hat er jämmerlich geheult (meine Nachbarn waren nicht so entzückt), Fressen nur - wenn ich es ihm persönlich verabreicht habe, Gassi gehen wann immer er wollte (dafür war er schon am 2. Tag Stubenrein), Hundehütte ?! Nein danke - lieber Wohnzimmer und Küche -, Hundespielzeug ?! Nein danke - lieber Herrchens Schuhe und die Tapete ist ganz toll -, ......

Kurz, er hat mich ganz schön auf Trab gehalten. Aber ich liebte ihn und nichts konnte mich erschüttern !

Die erste Nacht schlief ich mit ihm auf dem Küchenfußboden, weil er einfach nicht allein bleiben wollte. In den kommenden Nächten haben wir dann um das Bett gekämpft. Aber da blieb ich dann wenigstens Sieger ! Immer ? Na ja, ganz ehrlich, fast immer ... zumindest wenn ich da war ... und ein paar Ausnahmen ....

Ich hatte vollstes Vertrauen zu meinem Hund. Mein Hund war sowieso ganz anders als die anderen. So lies ich ihn auch frei laufen. Wenn er dann keine Lust mehr hatte (oder ihm war das Wetter zu schlecht), dann ging er nach Hause und hat mich einfach stehen lassen. Er wartete dann brav vor der Haustür bis ich kam.

Im Laufe der Zeit fanden wir dann zueinander und ich begann mich mit der Rasse auseinander zu setzen (jetzt endlich). Nun stellte ich fest was ich mir da ins Haus geholt hatte. Ich begann Bücher über Hundeerziehung zu lesen und besuchte sogar Erziehungskurse mit ihm (das die Ausbilderin bei den Unterordnungsübungen die gleichen Probleme mit ihm hatte wie ich, gab mir doch mein Selbstbewusstsein zurück). Ich ging dreimal die Woche auf den Hundeplatz und er lernte dann doch noch alles was so ein Begleithund braucht. Platz, Sitz, Bleib, Fuß, Fuuuussss (das ist wirklich ein anderes Kommando). Er war so gut, dass ich ihm weiterhin voll vertraute (er hörte ja auf mich). Das ging auch eine ganze Weile gut. Ich hörte auch in keinster Weise auf die Warnungen wie : “diese Rasse kann man nicht frei laufen lassen”. Was haben denn die Bücherschreiber schon für eine Ahnung und mein Hund ist sowieso anders. Er ist ja auch sorgsam ausgebildet und kann ja auch alles. Dreimal die Woche auf den Hundeplatz, dass hilft bestimmt. Gut, er hat es ein paar Mal versucht, aber kam ja immer wieder. Nun, einen Dickschädel und einen sehr ausgeprägten eigenen Willen hat er auch, aber wie gesagt er kam ja immer wieder. Ich liebte meinen Hund und er liebte mich. Damit war alles Klar.

Bis zu einem gewissen Tag. Er war jetzt 9 Monate alt. An diesem Tag lernte ich sehr viel und sah auch viel ein. Ich ging mit ihm wie gewohnt spazieren. Er war nicht an der Leine aber lief brav bei Fuß. Da sah ich den Zaun und in diesem Zaun waren Schafe. Aki sah es auch und startete sofort durch. Ich rief ihn und er blieb stehen. Er sah mich an, dann in Richtung Schafe und ...... zog die Schafe vor. Bei der anschließenden Hetzjagd (ich hinter Aki her und Aki hinter den Schafen her) wurde mir sehr schnell bewusst das ich keine Chance hatte. Er hat ein Schaf umgelegt, dann noch eines und als er sich gerade auf das nächste stürzen wollte habe ich mich mit einem Hechtsprung auf ihn geworfen. Ich glaube manchmal, dass er es mir nie so ganz verziehen hat, weil ich ihm da den Spaß verdorben habe. Anschließend habe ich mehrere Stunden Schafe zusammen getrieben und beim Schäfer Abbitte leisten müssen. War ein teurer Spaß. Gott sei Dank war der Schäfer verständnisvoll. Es kamen dann noch ein paar ähnliche aber Gott sei Dank nicht so dramatische Vorfälle und ich sah ein : Ich kann ihn nicht mehr frei laufen lassen. Trotz Hundeplatz und Ausbildung. Tja, mein Hund war eben anders als die anderen Hunde. Nun begann eigentlich meine Musher-Karriere. Denn jetzt musste ich mir etwas Neues einfallen lassen. Nur an der Leine war einfach zu wenig für Aki.

Ich war immer noch allein mit all meinen Problemen, der Schlittenhundesport war lang nicht so bekannt und verbreitet zu dieser Zeit. In einer Zeitschrift sah ich dann ein Geschirr und ein Bild auf dem ein Schlittenhund vor dem Fahrrad lief. Das sah toll aus und wäre bestimmt was für uns. Gesagt getan. Geschirr besorgt, Leine für das Fahrrad besorgt und los gings. So dachte ich es mir zumindest. Wie immer hatte mein Aki eine andere Vorstellung. Es kamen nun viele ernsthafte Auseinandersetzungen zwischen ihm und mir. Meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt. Aki hatte einen ganz schönen Dickkopf und das mit dem Vorauslaufen und dabei ziehen war nicht so ganz das was er sich vorgestellt hatte. Ich wollte anhalten, er aber nicht; ich wollte rechts abbiegen, er aber lieber links; ich wollte an dem Bauernhof vorbei, er lieber auf den Bauernhof zum Katzenjagen; ich wollte weiterfahren, er fand den Baum interessanter; .......... nach einem halben Jahr haben wir uns dann geeinigt und es hat meistens funktioniert. Nun kam das nächste Problem : ein Hund ..... Fahrrad ..... der arme Kerl musste sich so plagen .... ein zweiter Hund wäre nicht schlecht ..... ???!!!! So kam dann Aila zu uns ... und dann noch zwei ... dann - tja - heute sind es 24 *grins* ...

Aki und ich haben uns zusammen gerauft, er hat mir beigebracht was ein Schlittenhund ist und dann ein ganzes langes Hundeleben zusammen mit mir  verbracht. Er wurde mein zuverlässigster Wheeler, haben unheimlich viel zusammen erlebt. So viel, dass ich es hier gar nicht erzählen könnte … Viele Menschen kamen und gingen … er ist immer bei mir geblieben.

Er war mit mir in Frankreich und Spanien beim Tauchen und auch in Finnland beim Schlitten fahren … er war überall dabei. Unseren Lebensweg habe ich nur ganz kurz angerissen - es wäre wirklich viel zu viel um alles zu schreiben ...

Dann lag er im hohen Alter von 17,5 Jahren in meinem Wohnzimmer auf meinem Schoß und wollte nach einem erfüllten Leben in Ruhe sterben. Mit ihm ist ein großer Teil von mir gestorben… meine Tränen, meine Trauer und meinen Kummer wird kaum einer verstehen – ist doch bloß ein Hund – Für mich war er aber wesentlich mehr !!!!!!!!!!!! 

Aki auf der Fähre - auf dem Weg nach Finnland

Ein Freund der immer zu mir gehalten hat, immer Geduld mit mir hatte und mich akzeptiert hat wie ich bin … 

Er wird immer und ewig in meinen Gedanken sein - doch er hat mir auch eine andere Welt gezeigt, die ich heute noch - nun zusammen mit meiner Frau Christiane - pflege und sehr zu schätzen weiß. Wer weiß was aus mir geworden wäre ohne ihn - meinen ersten Hund ...

 Ralf


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Mitglieder im Verband VDSV und AGSD
Musherpaßnummern: Christiane 004923016111866; Ralf (diplomierter Hundeverhaltenstherapeut) 004922105601865
Wir sind beide seit 2006 Inhaber des Diploms "Better-Mushing I" vom VDSV
Stand: 27. Dezember 2014